NACHRICHTEN
03/06/2017 17:14 CEST

Rolls-Royce Sweptail: Der Teuerste unter den Teuren

Rolls-Royce
Größtes und teuerstes Grand Coupé der Welt: Rolls-Royce Sweptail

Dass man bei Rolls-Royce so einiges gewohnt ist, was die automobilen Neigungen und individuellen Wünsche der Käufer angeht, versteht sich eigentlich von selbst. Der Kunde ist König. Kein Modell der britischen Luxus-Marke verlässt die Werkshalle ohne eine Extraportion Sonderausstattung. Bei Rolls-Royce läuft das unter dem Namen Bespoke.

Gemacht wird so ziemlich alles, was nicht gegen Sicherheit und gute Sitten verstößt. Und doch steckt hinter dem Unikat Sweptail eine ganz eigene Geschichte. Als 2013 ein nicht unvermögender britischer Geschäftsmann anklopfte, um sich einen Rolls-Royce komplett nach seinen Vorstellungen bauen zu lassen, war das selbst in der Zentrale in Goodwood etwas Außergewöhnliches.

Sie wollen sich einen Klassiker zulegen? Dieser Praxisratgeber kann Ihnen dabei helfen

"Wenn nicht wir, wer dann?"

adURLData: "",

monetizer: 0,

displayad: 0,

pmode: 0,

fracautoplay: 0,

fracmouseover: 100,

volume: 100,

maxage: 0,

isRTL: false,

fallback: false,

layout: "indiv",

playercolor: "light",

playlist: "false",

autoplay: "mouse",

hideitems: "bottom",

color: "ffffff",

bgcolor: "ffffff",bg: "08396A",

font: "arial",userwidth: "100%",

publisher: "huffingtonpost",

dynmode: "manual",

dynusetypes: "",

mainteaser: 0,

search: "Rolls-Royce",

videos: "",

dovisible: false,

ignore: [""],

nocaplist: ""

}

Vier Jahre später präsentierten die British Coachbuilders ihr Werk, den Sweptail. Gezeigt wurde das Modell im Rahmen des jährlichen Oldtimer-Highlights Concorso d'Eleganza Villa d'Este. Ein durchaus passendes Ambiente. Hier am Comer See fährt jeden Mai die Crème de la Crème der Klassik- und Oldtimer-Szene mit ihren Kostbarkeiten vor und genießt die Bewunderung der Besucher. Mit dem Sweptail - der Name ist eine Reminiszenz aus den 20er Jahren und bezeichnet den speziellen bootsähnlichen Heckschwung einiger Rolls-Royce-Modelle - zeigen die Briten nicht nur ein sogenanntes "One-of" (Einzelstück), sondern geben gleichzeitig auch eine mögliche neue Marschrichtung vor: Die Maßanfertigung von Modellen gezielt nach den Wünschen der Kunden.

"Wenn nicht wir, wer dann?", stellt Torsten Müller-Ötvös, der Vorstandschef von Rolls-Royce Motor Cars, die rhetorische Frage. Noch in den 50er Jahren zählte diese individuelle Form des Karosseriebaus zu den Gepflogenheiten vieler Spezialfirmen vor allem in England und Italien, um reichen Kunden und berühmten Filmstars die passenden Gefährte zu dengeln.

Wie ein Luxusboot

Der Sweptail basiert auf dem Zwölfzylinder-Flaggschiff der Marke, dem Phantom (nebenbei mit 92 Jahren der älteste Modellname, den heute noch ein Auto trägt) und geriet nach dem Umbau zum größten zweisitzigen Grand Coupé der Welt. Der Besitzer, ein Yacht-Sammler, benötigt weder die hinteren Türen noch einen Fond mit Sitzen. Stattdessen ließ er den Phantom im Heckbereich wie ein Luxusboot mit edlen Hölzern ausstatten.

Aufwändige Handarbeit

"Bis auf die Motorhaube sind sämtliche Karosseriebleche in aufwändiger Handarbeit neu gefertigt worden", sagt Alex Innes, Bespoke Design Manager. Statt Stahlblech wurde Aluminium in die passenden Holzformen getrieben. Allein sechs Monate hatte das Design-Team an einem Clay-Modell gearbeitet, bevor die endgültige Form freigegeben wurde, stets in ständiger Absprache mit dem Kunden.

Markant sind zum einen die fast monumentale senkrechte Front und im Gegensatz dazu das weich abfallende Heck. Der Kühlergrill wurde aus massivem Aluminium gefräst und von Hand auf Hochglanz poliert. In der Seitenansicht unterbrechen den langen Wagenkörper nur die beiden senkrechten Fugen der Tür. "Dadurch wirkt der Sweptail wie aus einem Guss", sagt Giles Taylor, der Designchef von Rolls-Royce.

Wohin mit den Schaltern?

Dass es auch vor dem Lenkrad nicht so bleiben kann, wie es normalerweise in einem Phantom zugeht, versteht sich bei diesem außergewöhnlichen Kunden von selbst. So mussten Alex Innes und seine Leute möglichst viele Knöpfe und Schalter vom Armaturenbrett verbannen. Der Kunde liebt es reduziert. Doch wohin damit? "Wir haben die meisten Schalter ins Handschuhfach verfrachtet", so Innes.

Was kostet der Rolls-Royce Sweptail?

Beeindruckt hat den Bespoke Manager die Lockerheit des Auftraggebers sowie dessen Mitsprache, ging es um diese oder jene Änderung oder die ein oder andere Sonderanfertigung. Ein Einwand, etwas sei zu teuer, kam nie. Schon zu Beginn des Projektes wurde nicht wirklich über Geld geredet oder gar ein Fixpreis vereinbart. Zur Entspanntheit der Situation mag da sicher auch die Haben-Position auf dem Bankkonto des Kunden beigetragen haben. Innes verrät nur so viel: Der Kaufpreis des Sweptail liege nicht nur ein paar Prozente über dem Üblichen im automobilen Luxusbereich, sondern ist um ein Vielfaches höher. Raum für Spekulation bleibt also reichlich.