Tag der Organspende: Was ihr über den Organspendeausweis wissen solltet

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ORGANSPENDE
Organspenden schenken Leben | dpa
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  • Der Tag der Organspende klärt am 3. Juni zum Thema Organspende auf
  • Im Organspendeausweis dokumentiert man die Entscheidung für oder gegen eine Organspende
  • Die Entscheidung kann immer wieder geändert werden

Organspenden retteten 3000 Menschen im vergangenen Jahr das Leben. Aber noch immer warten über 10.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Denn diese Spende ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit.

Deshalb findet am Samstag der Tag der Organspende statt. Es ist ein bundesweiter Aktionstag, der seit 1983 jedes Jahr am ersten Samstag im Juni stattfindet. Unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." informieren Experten über Organspende und die gesamtgesellschaftliche Dringlichkeit des Themas.

Das Ziel ist klar: Noch mehr Menschen sollen sich dazu entschließen, mit ihrer Organspende Menschenleben zu retten.

Denn nur 32 Prozent der Deutschen haben laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ihre Bereitschaft zur Organspende in einem Organspendeausweis erklärt. Dies liegt auch an fehlender Aufklärung und Informationen, die helfen, diese Entscheidung zu treffen, erklärt die BZgA.

Wie können Verstorbene Organe spenden?

Medizinisch möglich ist die Organspende, wenn der “Hirntod” eintritt und die Organe temporär noch durchblutet werden. In diesem Fall stehen Ärzte vor der Entscheidung, ob die Organe des Verstorbenen gespendet werden dürfen.

Wenn der Patient seinen Willen in einem Organspendeausweis festgehalten hat, dann schafft dies Klarheit und lässt die Angehörigen nicht mit der Entscheidung zurück. Es kann also direkt im Sinne des Patienten entschieden werden.

Wichtig ist: In Deutschland muss jede die Entscheidung für oder gegen die Organspende bewusst treffen. Im Gegensatz zu Frankreich, wo seit dem 1. Januar dieses Jahres alle Menschen als Organspender gelten, wenn sie nicht zuvor ihren Widerspruch erklärt haben.

Was steht im Organspendeausweis?

Mit einem Organspendeausweis drückt ein Menschen nicht immer seine Zustimmung zur Organspende aus. Vielmehr wird in diesem Papier erfasst, ob der Patient...

  • einer Organspende zustimmt,...
  • seine Zustimmung auf bestimmte Organe und Gewebe beschränkt hat oder ...
  • eine Spende ablehnt.

Darüber hinaus kann der Besitzer eines Ausweises festlegen, dass eine Person des Vertrauens diese Entscheidung fällen darf.

Der Ausweis ist also ein Ausdruck der Selbstbestimmung. Die getroffene Entscheidung ist zudem nicht verbindlich und kann immer wieder geändert werden.

Sogar Minderjährige können ab dem 16. Lebensjahr ihren Willen zur Organspende dokumentieren und ab dem 14. Lebensjahr sich gegen eine Organspende entscheiden. Eine Alters-Obergrenze gibt es nicht.

organspende

Wie bekomme ich einen Organspendeausweis?

Es ist einfach, den Organspendeausweis anzufordern: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet den Organspendeausweis zur kostenfreien Bestellung an.

Es ist auch möglich, ihn selbst auszudrucken oder online auszufüllen.

Auch in vielen Arztpraxen oder Apotheken sind die Ausweise erhältlich.

Krankenkassen sind dazu angehalten, über Organspende aufzuklären und auch Pass- und Meldeämter geben die Ausweise aus.

Der Ausweis wird in verschiedenen Sprachen angeboten, damit die Entscheidung auch in fremdsprachigen Ländern verstanden werden kann.

Auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Interessierte eine umfassende Aufklärung zum Thema Organspendeausweis. Auch das Info-Telefon "Organspende", das unter der kostenfreien Rufnummer 0800 90 40 400 zu erreichen ist, bietet Antworten auf individuelle Fragen.

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Das erwartet euch am Tag der Organspende

Die zentrale Großveranstaltung findet jährlich in einem anderen Bundesland statt. In diesem Jahr wird es in Erfurt von 10 bis 18 Uhr auf dem Domplatz verschiedene Informationsveranstaltungen geben wird.

Eröffnet wird der Aktionstag mit einem ökomenischen Gottesdienst um 10 Uhr in der Evangelischen Predigerkirche. Außerdem wurden zusätzliche Sprechzeiten für das Info-Telefon "Organspende" von 9 Uhr bis 14 Uhr eingerichtet.

Ziel der Veranstalter ist es, möglichst viele Menschen auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen und zu einer Entscheidung zu motivieren, um noch mehr Menschenleben retten zu können.

Denn: Die Entscheidung für eine Organspende wird uneigennützig getroffen und ist ein altruistisches Geschenk an die Mitmenschen über den eigenen Tod hinaus.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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