Mit einem Satz bringt Michael Moore das ganze Problem der USA auf den Punkt

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MICHAEL MOORE
Michael Moore fasste auf Twitter zusammen, wohin die USA unter Donald Trump steuern. | Eduardo Munoz / Reuters
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  • Der Filmemacher Michael Moore greift Donald Trump auf Twitter an
  • Moore zeigt in wenigen Worten, wohin die USA steuern
  • "America First" würde zum Symbol für Isolationismus und Egoismus

Michael Moore gelingt es auf Twitter, in nur vier Wörtern zusammenzufassen, was diesen Donnerstag geschehen ist: "Amerika zuerst! Die Erde zuletzt!" Donald Trump hatte am Nachmittag angekündigt, die USA werde aus dem Pariser Klima-Abkommen aussteigen.

Moore, kritischer Dokumentarfilmemacher ("Bowling for Columbine", "Fahrenheit 9/11") und erklärter Gegner Donald Trumps will zeigen: Der US-Präsident handelt isolationistisch, sogar egoistisch, wenn er einen Vertrag kündigen will, den fast alle Länder dieser Welt unterschrieben haben.

Der Rüpel gegen den Rest der Welt

"America First!", lautet die Devise. Trump macht das durch sein brüskes, rüpelhaftes Auftreten immer wieder klar. Sein Vorgänger Barack Obama versuchte noch, wieder mehr auf internationale Kooperation und Völkerverständigung zu setzen.

Dass man bei Verträgen wie dem Pariser Abkommen mitmachte, war auch ein Zeichen aus Washington: Wir sind uns unserer überragenden Rolle in der Welt bewusst. Wir wollen wieder mehr zusammen an gemeinsamen Zielen arbeiten. Und dabei auch kleinere, weniger vor Panzern und Raketen strotzende Staaten miteinbeziehen.

USA wurden zum Welt-Paria

Denn nach der Präsidentschaft von George W. Bush, der in Afghanistan und im Irak einmarschierte und mutmaßliche Terroristen ohne Anklage in Guantanamo einsperrte, war der Ruf der USA weltweit schwer angeschlagen.

Jetzt kommt der Richtungswechsel unter Trump: "America First! Earth Last!" Wir setzen durch, was uns passt. Wir brauchen keine Rücksicht zu nehmen. Auch wenn das später uns allen schadet.

Das ist nun das Motto beim Thema Klima. Aber auch der internationale Freihandel ist in Gefahr, denn selbst hier will Trump, dass die USA sich aus Verträgen und Abkommen zurückziehen.

Aufwachen vom "American Dream"

Die Strahlkraft der USA als Hort der Freiheit aber auch der freiwilligen Hilfe, des Altruismus, leuchtet wieder schwächer. Das erkennen auch viele im Land.

Michael Moore griff diese Stimmung auf, als er wenig später wieder auf Twitter ging und schrieb: "Mein Name ist Michael Moore. Ich bin Amerikaner. Und ich lebe in einem Schurkenstaat.

Das englische Wort "rogue" kann man auch mit "aggressiv" übersetzen. Beides beschreibt trefflich, wohin die USA derzeit steuern.

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(bp)

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