News-Blog zu "Rock am Ring": Polizei gibt grünes Licht - Festival geht weiter

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  • Das Musikfestival "Rock am Ring" wurde am Freitagabend unterbrochen
  • Grund dafür war ein Terroralarm - drei Personen wurden zwischenzeitlich festgenommen
  • Am Samstag teilte der Veranstalter mit, dass das Festival weiter gehen werde

Der Veranstalter des Musikfestivals "Rock am Ring" in der Eifel hat die Konzerte am Freitag abgebrochen.

Die Polizei spricht von "konkreten Hinweisen auf eine terroristische Gefährdung". "Bitte begebt euch ruhig in Richtung Campingplätze", schrieben die Veranstalter bei Twitter.

Alle Entwicklungen im News-Blog:

13:35 Uhr: Rammstein wird Auftritt nicht nachholen

Die Rockband Rammstein wird ihren Auftritt nicht nachholen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Die Band hätte bereits Freitagnacht spielen sollen, dann unterbrach der Veranstalter jedoch die Konzerte wegen der Terror-Warnung. Rammstein tritt am Sonntagabend beim Tochter-Festival "Rock im Park" auf.

Auf Twitter schrieb die Band: "Leider ist es entgegen anders lautender Gerüchte aufgrund der Festival-Abläufe nicht möglich, die Show bei Rock am Ring heute nachzuholen:"

Das Festival am Nürburgring geht unterdessen weiter.

12:45 Uhr: Broilers treten noch einmal auf - was ist mit Rammstein?

Am Freitag unterbrachen die Veranstalter die Konzerte, noch während die Düsseldorfer Punkband Broilers spielte. Wie der Veranstalter auf Twitter mitteilte, werde die Band am Samstag noch einmal auftreten.

Einige Bands konnten Freitagabend nicht mehr spielen. Noch ist offen, ob ihr Auftritt nachgeholt wird. "Wir werden sehen, ob wir Möglichkeiten haben, Auftritte nachzuholen", sagte Veranstalter Marek Lieberberg. Unter anderem der Auftritt von Rammstein, einer der Topacts des Festivals, war ausgefallen.

11:15 Uhr: Marek Lieberberg lobt Fans

"Rock am Ring"-Veranstalter Marek Lieberberg lobt auf der Pressekonferenz die Festival-Besucher: "So viel Disziplin konnte man nicht erwarten", sagt er. Die Besucher hatten ruhig und kontrolliert am Freitagabend das Gelände nach der Terror-Warnung verlassen.

Lieberberg zeigte sich außerdem glücklich darüber, dass das Festival nun fortgesetzt werden könnte.

11:13 Uhr: Festival-Tore öffnen um 13.30 Uhr

Auf Twitter gibt der Veranstalter bekannt, wann die Besucher wieder auf das Festival-Gelände dürfen. Um 13.30 Uhr sei der Einlass möglich.

11:05 Uhr: 3 Verdächtige festgenommen und wieder freigelassen

Der Leiter des Polizeieinsatzes, Christoph Semmelrogge, berichtet: "Wir hatten im Fokus zwei Personen aus dem Bereich Hessen." Eine davon habe Terrorismus-Bezug gehabt.

Am Abend seien schließlich drei Verdächtige festgenommen worden. Die Personen werden den Ermittlern zufolge der hessischen Salafistenszene zugerechnet. Sie seien heute Morgen wieder freigekommen. Der Verdacht habe sich nicht erhärtet, auch die Durchsuchung des Festivalgeländes habe keine Hinweise geliefert.

11:04 Uhr: Eine Person unter falschem Namen im Veranstaltungsbereich

Der Polizeipräsident berichtet: "Es wurde am gestrigen Vormittag bekannt, dass mindestens eine Person nicht-deutscher Herkunft mit polizeilichen Erkenntnissen im Bereich des Terrorismus Zugang zum engeren Veranstaltungsbereich hatte."

Der echte Name dieser Person habe nicht mit dem Namen auf den Backstage-Pässen übereingestimmt. So habe sich aus einer abstrakten Gefährdungslage eine konkrete ergeben.

Daher habe man beschlossen, die Veranstaltung zu unterbrechen, um die notwendigen Ermittlungen durchführen zu können.

11:02 Uhr: Pressekonferenz beginnt

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz eröffnet die Pressekonferenz. Polizeipräsident Wolfgang Fromm erklärt die Hintergründe der Unterbrechung am Freitag.

10:42 Uhr: Veranstalter verkündet: Festival geht weiter

Der Veranstalter hat auf Facebook mitgeteilt, dass das Festival am Samstag weitergehen wird. "Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet", heißt es in der Mitteilung. Die Polizei habe daraufhin grünes Licht gegeben.

Weiter steht in der Mitteilung: "Eine genaue Uhrzeit für die Öffnung werden wir so schnell wie möglich kommunizieren. Wichtig ist, es geht weiter! Wir halten Euch natürlich permanent auf dem Laufenden. Wir danken Euch für Euer unglaublich diszipliniertes Verhalten und die vorbildliche Kooperation."

8:00 Uhr: Polizei durchsucht Festivalgelände

Die Polizei hat am frühen Samstagmorgen die Durchsuchungen des Geländes fortgesetzt. Das teilten Sprecher der Polizei Koblenz und des rheinland-pfälzischen Innenministeriums mit.

Wann die Entscheidung über Fortsetzung oder endgültigen Abbruch des Festivals am Nürburgring in der Eifel fällt, war zunächst noch unklar. Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) will sich bei einer Pressekonferenz um 11.00 Uhr zu den Ereignissen äußern.

5:31 Uhr: Festivalbesucher erleben friedliche Nacht

Erst Aufregung, dann Ruhe: Nach einem Terroralarm beim Festival "Rock am Ring" und der Unterbrechung des Programms haben Tausende Musikfans eine friedliche Nacht in ihrem Zelten verbracht.

"Aus polizeilicher Sicht verlief die Nacht ohne besondere Vorkommnisse", sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz am Samstagmorgen.

0:32 Uhr: De Maizière gibt rheinland-pfälzischen Innenminister Rückendeckung

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich hinter die Entscheidung des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) gestellt, das Musikfestival "Rock am Ring" wegen Terrorgefahr zu unterbrechen. Lewentz habe ihn vorab informiert, erklärte de Maizière am späten Freitagabend in Berlin.

"Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen."

Lewentz will an diesem Samstag um 11.00 Uhr am Nürburgring über die Ereignisse informieren. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob das bis Sonntag geplante Festival fortgesetzt wird.

23:54 Uhr: Organisator Marek Lieberberg meldet sich erneut zu Wort

Marek Lieberberg, der das Festival seit Jahren organisiert, trat am späten Freitagabend erneut an die Öffentlichkeit. Auf einem Twitter-Video lobte er das Publikum. Die Zuschauer hätten ruhig reagiert und ohne Demonstrationen das Gelände geräumt.

23:37 Uhr: Medien berichten, Polizei vernehme zwei Verdächtige

Die Polizei verhört einem Bericht der Zeitung "Bild" zufolge zwei Mitarbeiter eines Subunternehmers. Es habe am Freitagabend die Befürchtung bestanden, dass die beiden Männer etwas auf dem Gelände hinterlegt haben. Eine konkrete Gefährdung habe aktuell eher nicht bestanden. Die Polizei am Nürburgring wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

"Wir können im Moment nichts sagen. Wir müssen die Ermittlungen sauber durchführen", sagte Polizeisprecher Lars Brummer. Auf die Frage, ob das geräumte Festivalgelände mit Spürhunden untersucht werden, antwortete der Sprecher: "Wir werden das Gelände in Augenschein nehmen. Zu Einzelheiten werde ich nichts sagen."

23:30 Uhr: "Rock im Park" geht weiter

Trotz der Terrorwarnung beim Zwillingsfestival "Rock am Ring" sind die Konzerte bei "Rock im Park" in Nürnberg fortgesetzt worden. "Es gibt keine konkrete Gefährdungslage", sagte ein Sprecher des Veranstalters am Freitagabend.

Kurz nach der Unterbrechung von "Rock am Ring" am Nürburgring in der Eifel durch die Polizei startete in Nürnberg das nächste Konzert der Toten Hosen.

Bei "Rock im Park" sind in diesem Jahr rund 85 000 Zuschauer auf dem Festivalgelände.

23:03 Uhr: Der Kölner "Express" berichtet live

22:58 Uhr: Die AfD hat sich etwas ausgedacht...

... und nutzt den Terror-Alarm kurzerhand für Wahlwerbung. "Wir rocken Deutschland", schreiben die Rechten. "Damit nicht nur 'Rock am Ring' wieder sicher wird."

Ganz offen spielt die AfD einmal mehr mit den Ängsten der Menschen – und macht mit dem fröhlichen Musikfestival Werbung für ihre zuwanderungskritische Law-and-Order-Politik.

22:53 Uhr: Innenminister de Maizière ist informiert

Die Untersuchungen der Polizei laufen nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) auf Hochtouren. "Es gibt ein paar Punkte, auf die sich konzentriert wird", sagte Lewentz am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Das Festivalgelände werde genau untersucht.

Der Innenminister nannte mit Verweis auf die Ermittlungen keine Details. Er habe Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) informiert. Für Samstag sei eine Lageeinschätzung geplant, sagte Lewentz. "Morgen werden wir entscheiden, wie es weitergeht." Er will die Öffentlichkeit um 11.00 Uhr am Veranstaltungsort Nürburgring informieren.

22:41 Uhr: Festivalgelände geräumt

Mittlerweile haben offenbar alle Besucher das Gelände von "Rock am Ring" verlassen.

22:24 Uhr: Organisator hält Wutrede gegen den Islam

Veranstalter Marek Lieberberg hat bei seiner Pressekonferenz gegen den Islam gewütet. "Es muss Schluss sein mit 'This is not my Islam', 'This is not my Shit', 'This is not my whatever", brülle Lieberberg.

Jeder einzelne müsse sich gegen den Terrorismus stellen. "Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten", so der Veranstalter. Er habe noch keine Muslime gesehen, die zu zehntausenden gegen den Terror demonstriert hätten.

22:12 Uhr: Polizei kontrolliert schwer bewaffnet

Polizisten mit Maschinenpistolen sorgen mittlerweile an den Sperren dafür, dass niemand mehr zum Nürburgring kommen kann

22:09 Uhr: Festival-Organisator will, dass es weitergeht

Festival-Organisator Marek Lieberberg hat in einem ersten Statement von der Polizei gefordert, die dreitägige Veranstaltung weiterlaufen zu lassen. Ein Polizeisprecher sagte dagegen am Abend, es gebe keinen konkreten Plan, "wann wir das Gelände wieder freigeben".

Schon im vergangenen Jahr war das Festival vorzeitig beendet worden – nach schweren Unwettern.

Lieberberg sagte damals: Die Entscheidung ist falsch. Wir haben in hitzigen Diskussionen mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Absage zu größeren Problemen führen wird."

21:58 Uhr: Musikfans singen

Die Gäste zeigen sich vollkommen unbeeindruckt von der Terror-Meldung.

21:51 Uhr: Keine Panik unter den Festival-Besuchern

Die Räumung des Festivalgeländes erfolgt ruhig und geordnet.

Der HuffPost berichtete ein Besucher, der Großteil der Menschen befinde sich noch auf dem Gelände. "Niemand nimmt das richtig ernst", sagte der "Rock am Ring"-Gast.

21:25 Uhr: Polizei veröffentlicht Statement

Die Polizei Koblenz veröffentlichte ein Statement zu der Entscheidung. Darin heißt es:

"Der Veranstalter von Rock am Ring hat in enger Abstimmung mit den Sicherheitskräften den heutigen Festivaltag vorzeitig beendet. Hintergrund sind konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist. Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck. Genaue Hintergründe können wir derzeit noch nicht nennen."

21:20 Broilers-Konzert abgebrochen

Der Auftritt der Band Broilers wurde mittendrin unterbrochen, wie dieses Video zeigt. Es gebe eine "terroristische Gefährdungslage". Die Musikfans quittierten die Entscheidung des vorübergehenden Abbruchs mit Pfiffen.

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