NACHRICHTEN
02/06/2017 11:15 CEST | Aktualisiert 02/06/2017 11:51 CEST

Einsame Stimme: Wie die "Welt" Donald Trumps Klimaschutz-Ausstieg feiert

Getty Images/Screenshot welt.de
Einsame Stimme: Wie die "Welt" Donald Trumps Klimaschutz-Ausstieg feiert

  • Als eines der wenigen deutschen Medien lobt die "Welt" Trumps Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen

  • Wenigstens folge der Präsident seinen Überzeugungen

Deutsche Medien sind sich weitgehend einig: US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die falsche Entscheidung getroffen. Trump verkündete, sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen zu wollen.

Für die meisten Kommentatoren ein katastrophaler Fehler. Für einen Autoren der Tageszeitung "Die Welt" ist das allerdings weniger eindeutig. Norbert Lossau findet sogar lobende Worte für Trump.

Man könne seiner Entscheidung auch positive Aspekte abgewinnen, heißt es in dem Kommentar. "Zum einen darf man Trump an dieser Stelle große Ehrlichkeit bescheinigen. Er hat im Wahlkampf Dinge versprochen, die er nun einlöst", kommentiert die "Welt".

Weil Trump nicht an den Klimawandel glaube, sei seine Entscheidung nur konsequent: "Dieser Mann handelt also so, wie er denkt", befindet der Kommentator.

Die anderen halten Sonntagsreden, Trump handelt

Wenigstens ein Politiker also, der ehrlich ist, mag sich der "Welt"-Autor gedacht haben. Denn vielen Politiker würde es in Sachen Klimaschutz an Ehrlichkeit mangeln: "Es gibt vielerorts eine Tendenz dazu, sich in Sonntagsreden für den Klimaschutz stark zu machen und in der Praxis dann die Dinge nicht ganz so ambitioniert anzupacken."

Ein Präsident, der wissenschaftliche Fakten leugnet, sei also besser, als ein Politiker, der sich nicht voll dem Klimaschutz verschreibe.

Es gibt viele Beispiele für Politiker und Länder, die mehr für den Klimaschutz tun könnten. Auch die Bundesregierung präsentiert sich gerne als Vorreiter der Energiewende - aber die Klimaziele verfehlt die Bundesrepublik bisher. Auch das kommentiert "Welt"-Autor Lossau.

Besser gleich gar kein Abkommen

Er empfiehlt den Staaten sogar, aus dem Pariser Abkommen auszutreten. "Das würde der Sache mehr dienen als schaden. Denn wer nur halbherzig oder gar verlogen mitwirkt, kann die Agenda von innen aushöhlen."

Dabei ist das Pariser Klimaabkommen ein historischer Meilenstein. Zum ersten Mal verpflichtete sich die große Mehrheit der Staaten der Welt (193, um genau zu sein) selbst gegebene Klimaschutzziele einhalten zu wollen. Man erinnere sich an das Ringen, die USA zur Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls zu bewegen.

Das Pariser Klimaabkommen präsentiert Minimalziele. Das reicht "Welt"-Autor Lossau offenbar nicht - und so lobt er Trump für dessen Absage an Paris.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jp</p>
                                
                                            
<p>g

(jg)

Sponsored by Trentino