Trumps Klimaentscheidung ist eine krachende Niederlage für seine Tochter Ivanka

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Trumps Klimaentscheidung ist eine krachende Niederlage für seine Tochter Ivanka | Getty
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  • Donald Trump hat den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt
  • Die Entscheidung ist Abbild eines Machtkampfes im Weißen Haus
  • Für Trumps Tochter Ivanka und ihren Gatten Jared Kushner ist sie eine Niederlage - für Stephen Bannon ein Triumph

Es war sehr heiß in Washington, als Donald Trump jene Sätze sprach, die alle erwartet hatten. Im Rosengarten des Weiße Hauses sagte er mit fester Stimme: "Die USA werden sich aus der Pariser Klima-Übereinkunft zurückziehen."

Die USA als größte Volkswirtschaft der Welt, verabschieden sich aus dem historischen Klima-Deal von 2015, der verhindern soll, dass das Klima um mehr als 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit ansteigt.

Vor dem Pult stand eine Reihe von Beamten und Diplomaten aus dem Weißen Haus. Trumps Chef-Stratege Steve Bannon grinste breit. Daneben stand auch Vizepräsident Mike Pence - das Gesicht der traditionellen US-Republikaner, die als einzige größere politische Kraft in der Welt den Klimawandel nicht für eine große Gefahr für die Menschheit halten.

Doch zwei Gesichter fehlten: Donald Trumps Tochter Ivanka und ihr Gatte Jared Kushner. Für sie war dieser Tag eine bittere Niederlage.

Ein Beamter des Weißen Hauses, der anonym bleiben wollte, gab der Nachrichtenagentur AP eine seltsame Erklärung. Die beiden hatten eine Synagoge besucht, um das jüdischen Wochenfest Schawuot zu begehen. Ivanka Trump und Kushner sind orthodoxe Juden.

Allerdings war der Besuch am Morgen. Ivanka verbrachte den Tag mit ihren Kindern zu Hause, Kushner ging zur Arbeit.

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Invanka Trump und Jared Kushner blieben Trumps Klima-Rede fern

Das Paar hatte alles versucht, um Trump vom Austritt aus dem Klimapakt abzuhalten.

Ivanka Trump hatte sich zu Gesprächen mit dem Chef der Umweltschutzbehörde EPA, Scott Pruitt, getroffen. Sie hatte Apple CEO Tim Cook und den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore ins Weiße Haus eingeladen. Sogar den Schauspieler Leonardo DiCaprio spannte sie für ihre Zwecke ein.

Doch Trumps Chefstratege Steve Bannon arbeitete gegen sie.

Ein Republikaner, der dem Weißen Haus nahe steht, nannte es gegenüber "Politico" eine "klassische Trennung". Nachdem Gerüchte aufgekommen seien, dass Trump bereit sei, das Klimaabkommen nicht zu verlassen, hätten Bannon und Pruitt auf ihn eingewirkt

"Die New Yorker waren dagegen, und die ganzen Loyalisten aus der Wahlkampagne waren dafür", sagte die Quelle.

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Für Steve Bannon ist die Rücknahme des Klimaabkommens ein großer Erfolg

Die "New Yorker" - das sind Kushner und Ivanka Trump, die von den Konservativen in Trumps Umgebung als jüdische und städtische Yuppies mit Weltverbesserer-Ideen belächelt werden.

"Wenn die New Yorker involviert werden, wird es kompliziert für Trump", sagte diese republikanische Quelle "Politico".

Als sich abzeichnete, dass Trump zum Austritt aus dem Klimaabkommen neigt, versuchten Kushner und Ivanka, ihn zu einem Kompromiss zu bewegen.

Die USA sollten in dem Abkommen bleiben, aber viele der nicht-bindenden Versprechungen zurücknehmen, welche die Obama-Regierung zur Reduzierung der Kohlendioxid-Reduzierung gemacht hatte. Es nützte nichts - Bannon und Pruitt setzten sich durch.

Kushner und Bannon hatten sich lange einen Kampf um den Einfluss im Weißen Haus geliefert - und lange Zeit sah es aus, als hätte Kushner die Oberhand.

Bannon verlor seinen Posten im Nationalen Sicherheitsrat. Nach Angaben von "Politico" soll Kushner dies veranlasst haben.

Zeitungen wie die "New York Times" hatten berichtet, dass Bannon darüber nachgedacht hatte, sich komplett aus der Politik zurückzuziehen, nachdem zwei seiner wichtigsten Vorhaben gescheitert waren: der Einreisestopp für Muslime und die Abschaffung der Gesundheitsreform Obamacare.

Der Konflikt zwischen Kushner und Bannon erreichte seinen Höhepunkt, als der Stratege den Schwiegersohn nach Angaben der Website "The Daily Beast" als "Globalisten" und "Cuck" bezeichnet haben soll, was eine Abkürzung für "Cuckservative" ist - ein unter den rechten Amerikanern verbreitetes Schimpfwort, das unterstellt, dass jemand nur vorgibt, ein Konservativer zu sein.

Bannons breit grinsendes Gesicht, als Trump den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen verkündete, sagte alles. Der rechtskonservative "Breitbart"-Herausgeber ist wieder im Geschäft.

Die New Yorker, die versucht haben, moderierend auf Trump einzuwirken, haben eine bittere Niederlage erhalten. Die Folgen könnten verheerend sein - nicht nur für das Klima.

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(jg)

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