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01/06/2017 22:36 CEST | Aktualisiert 01/06/2017 23:21 CEST

Nach Klima-Entscheid der USA: Die Welt wendet sich ab von Trump

SAUL LOEB via Getty Images
Donald Trump hat am Donnerstag angekündigt, die USA aus dem Pariser Klima-Abkommen zu führen.

  • Weltweit kritisieren Staatsführer und Wirtschaftslenker Donald Trump scharf

  • Der US-Präsident kündigte am Donnerstag an, die USA aus dem Pariser Klima-Abkommen zu führen

  • Eine deutsche Zeitung griff Trump gar mit einem "Fuck You" an

Die Welt ist in Zorn über Donald Trump, der raus aus dem Pariser Klima-Abkommen will. Politiker, Medien und Wirtschaftsführer zeigten sich erschüttert über die düstere Neuigkeit aus den USA.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel schrieb auf Twitter: "Wer den Pariser Klimavertrag kündigt, versperrt den Weg zu Wachstum - und legt Hand an die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen."

Die USA würden sich mit dem Entscheid selbst Schaden zufügen. Denn so drohten immer mehr Unwetter, Dürren und Überflutungen aber auch weniger Wirtschaftswachstum und technischer Fortschritt:

Trumps Vorgänger Barack Obama, sagte, der USA fehle es derzeit an Führungsstärke. "Diese Regierung schließt sich einer kleinen Handvoll von Nationen an, die die Zukunft verleugnet", hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Stellungnahme. Obama hatte als US-Präsident das Pariser Klima-Abkommen mit vorangetrieben.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich enttäuscht über den Ausstieg der USA. "Ich bedaure die Entscheidung des US-Präsidenten", erklärte die Politikerin über ihren Sprecher auf Twitter:

Für den belgischen Premierminister Charles Michel war Trumps Entscheid gar ein "brutaler Angriff" auf das Pariser Klima-Abkommen. Er verurteile das:

Dänemarks Premierminister Lars Rasmussen bediente sich der Sprache Trumps und bezeichnete den heutigen Tag, als "sad", als traurig:

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete Trumps Entscheid als "große Enttäuschung". "Das Pariser Abkommen wurde 2015 von allen Ländern der Welt verabschiedet, weil sie den gewaltigen Schaden erkennen, den der Klimawandel bereits verursacht sowie die enorme Gelegenheit, die Klimaschutzmaßnahmen bieten", teilte Guterres durch seinen Sprecher mit.

Der demokratische Bürgermeister von Pittsburgh zeigte sich wenig erfreut über die Nachricht: "Die USA stoßen nun zu Syrien, Nicaragua und Russland im Entscheid, nicht am Pariser Abkommen teilzunehmen. Es liegt nun an den Städten, Führung zu übernehmen." Trump hatte in seiner Rede mehrmals Bezug auf die Stadt genommen, denn für ihn als Präsidenten gelte es, für Bürger wie jene aus Pittsburgh zu kämpfen.

Italiens Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi meldete sich ebenfalls zu Wort. "Heute zerreißt es denen das Herz, die die Zukunft lieben", schrieb der Politiker auf Twitter.

Angriffe gegen Trump kamen auch aus dem Süden des amerikanischen Kontinents. Vincente Fox, der ehemalige Präsident Mexikos schrieb auf Twitter: "Die Vereinigten Staaten haben damit aufgehört, der Anführer der freien Welt zu sein. Donald Trump hat das im Alleingang bewerkstelligt."

Vincente Fox schoss eine wahre Tirade gegen Trump. In einer weiteren Nachricht schrieb er auf Twitter: "Donald Trump, du hinterlässt ein dunkles Vermächtnis, nur um deine Gier zu befriedigen. Heute hast du die Hoffnungen und die Zukunft einer ganzen Nation aufgegeben."

Die Zeitung "Berliner Kurier" hatte derweil eine klare Botschaft an den US-Präsidenten. Sie titelte: "Erde an Trump: Fuck you!"

Elon Musk, der geniale Erfinder aus dem Silicon Valley und Gründer des Elektroautobauers Tesla, gab bekannt: "Ich werde mich aus dem Beraterstab des Präsidenten zurückziehen. Der Klimawandel ist real. Paris zu verlassen ist nicht gut für die Amerikaner oder die Welt."

Elon Musk stand in den letzten Monaten stark in der Kritik, da er sich bereit erklärt hatte, dem Präsidenten als Berater zur Verfügung zu stehen.

Auch Jeff Immelt, Chef des Industriegiganten General Electric, kritisierte den Entscheid. Auf Twitter schrieb der Manager, er sei enttäuscht. "Klimawandel ist real. Die Industriebetriebe müssen nun die Führung übernehmen und sich nicht auf den Staat verlassen."

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