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01/06/2017 17:08 CEST | Aktualisiert 01/06/2017 17:08 CEST

Auto-Experte Dudenhöfer: "China ist die Zukunft, Trumps USA sind von vorgestern"

Carlos Barria / Reuters
"China ist die Zukunft, Trumps USA sind von vorgestern"

  • Auto-Experte Dudenhöfer rät der Bundesregierung zu einer stärkeren Fokussierung auf China

  • Dudenhöfer erklärte: "China ist die Zukunft, Trumps USA sind von vorgestern"

Deutschland schaut nach China. Kanzlerin Angela Merkel hat sich bei ihrem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsident Li Keqiang zu einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China bekannt.

Das Treffen wirft ein Schlaglicht auf die neue Blickrichtung der Bundesregierung. "Europa müsse sein Schicksal selbst in die Hand nehmen", erklärte Merkel zuletzt. Die USA unter Präsident Donald Trump seien kein verlässlicher Partner mehr.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöfer, Professor für Automobilwirtschaft an den Universität Duisburg-Essen, sagte der "Bild" jetzt: "China ist die Zukunft, Trumps USA sind von vorgestern.“

Deutschland und Europa seien gut beraten, sich auf China zu fokussieren, was Klimatechnik und neue Technologien angeht. Die USA, so Dudenhöfer weiter, seien dagegen "ein geteiltes Land in Sachen Klimaschutz“. Kalifornien, das ab 2030 keine Verbrennungsmotoren in Autos mehr zulassen will, werde sich von Trumps Politik nicht stoppen lassen.

Trump will das Pariser Abkommen aufkündigen

Dudenhöfer erklärte weiter: "Trump verleitet die Industrie in den USA mit seiner Politik dazu, in Dinge zu investieren, die keine Zukunft haben. Mittelfristig schwächt er sein Land mit dem Fokus auf Öl und Kohle“. So isoliere der US-Präsident sein Land international.

Die Führung in Peking dagegen habe die Lage unter Zwang erkannt: "China muss die Luft in den Großstädten und Ballungsräumen radikal verbessern und setzt deshalb auch bei Autos auf Flottenquoten für E-Autos. In vielen Großstädten sind zum Beispiel keine neuen Motorroller mehr erlaubt, nur noch E-Roller.“

Trump will am Donnerstagabend deutscher Zeit seine Entscheidung verkünden, wie er mit dem Pariser Klimaabkommen umgehen will. Das Pariser Klimaabkommen soll die gefährliche Erderwärmung bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere mildern. Einzigartig ist der Pakt, weil bisher fast alle Länder der Welt beteiligt sind. Nur Nicaragua und Syrien haben nicht unterzeichnet.

Medienberichten zufolge will jetzt Trump den Pakt verlassen.

Merkels Vision für eine europäische Klimapolitik

Merkel muss sich spätestens dann überlegen, wie sie ihre klimapolitischen Ziele ohne die USA erreichen kann.

Der Ausstieg aus dem Paris-Abkommen wäre ein eklatanter Vertragsbruch der Vereinigten Staaten. Bislang waren die USA unter Obama hier ein verlässlicher Partner. Was also tun?

"Eine Möglichkeit für die Bundesregierung und die EU könnte in Zukunft sein, subnationale Akteure wie die US-Bundesstaaten stärker in den Blick zu nehmen“, sagt etwa Lukas Hermwille vom Wuppertaler Institut für Klimapolitik.

Im Klartext: Merkel könnte Klimaverträge mit US-Bundesstaaten wie Kalifornien schließen und damit Trumps Veto unterwandern. "Kalifornien etwa arbeitet immer noch sehr intensiv an der Energiewende“, sagt Hermwille.

Spannend werde es deswegen sein, wie Deutschland sich auf dem G20-Gipfel verhält. Das Thema Klimapolitik steht ganz weit oben auf der Tagesordnung. "Jetzt stellt sich die Frage: Bleibt Merkel dabei und riskiert den erneuten Eklat?“, sagt Hermwille. Auch hier gehe es darum, eine Vorreiterrolle beim Thema anzunehmen.

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(jg)