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31/05/2017 01:34 CEST | Aktualisiert 31/05/2017 07:25 CEST

Neue Umfrage: Die britische Premierministerin Theresa May könnte nächste Woche ihren Job verlieren

AFP via Getty Images
Theresa May hat Neuwahlen in Großbritannien angesetzt - das könnte ihr nun zum Verhängnis werden.

  • Labour-Chef Jeremy Corbyn wird der britischen Premierministerin Theresa May doch noch gefährlich

  • May und ihre Konservativen könnten nächste Woche die Parlaments-Mehrheit verlieren

  • Das zeigen die Resultate einer neuen Umfrage

Jeremy Corbyn hat nur noch wenige Tage Zeit. Am 8. Juni werden die Briten an die Urne gehen. Sie werden bestimmen, wer die Macht über das Land bekommen soll. Eigentlich prognostizierten die Beobachter Corbyn und seiner Labour-Partei eine schwere Niederlage und Premierministerin Theresa May von den Konservativen den sicheren Sieg.

Doch jetzt wird klar: Corbyn könnte der Premierministerin nächste Woche schweren Schaden zufügen. Die neueste Prognose des Umfrageinstituts YouGov zeigt nämlich, was niemand für möglich gehalten hat: Die Labour-Partei könnte bis zu 30 Sitze im Parlament gewinnen.

Es droht ein "Hung Parliament"

Gemäß der YouGov-Prognose müssten die Konservativen 20 Sitze abgeben, hätten damit nur noch 310 - und würden gar die alleinige Herrschaft über Großbritannien verlieren. Denn nur wer mindestens 326 Sitze für sich in Anspruch nehmen kann, darf auch gleich die Regierung stellen. Wer unter diese Marke fällt, muss mit einer kleineren Partei eine Koalition eingehen. Oder ist auf die Duldung oppositioneller Parteien angewiesen.

Stimmen die YouGov-Zahlen, so droht Großbritannien genau ein solches Szenario. Den Konservativen würden 16 Sitze für die absolute Mehrheit fehlen. Es käme zu einem "Hung Parliament". Das bedeutet, dass keine Partei das Mehr erreicht und folglich auch nicht alleine regieren kann.

Bereits nach den Parlamentswahlen 2010 kam es zu einem solchen "Hung Parliament", als die Konservativen zwar am meisten Sitze besetzen konnten, es aber trotzdem nicht für die absolute Mehrheit reichte. Sie mussten eine Koalition mit den Liberal-Demokraten eingehen.

Theresa May pokerte vielleicht zu hoch

Ein solches Resultat wäre ein Desaster für Premierministerin Theresa May. Sie hatte im April beschlossen, dass die Briten in vorgezogenen Parlamentswahlen an die Urne gerufen werden.

Ihr Kalkül bei dem Überraschungs-Coup: Die oppositionelle Labour-Partei ist zerstritten, der Parteivorsitzende Corbyn bei den Wählern unbeliebt. Eigentlich wären das die perfekten Voraussetzungen, um in der Neuwahl weitere Sitze zu ergattern und die Opposition zu schwächen. Damals gaben die Umfrageinstitute den Konservativen in der Wählergunst noch einen Vorsprung von 20 Prozentpunkten.

Und vor allem wären May und die Konservativen gestärkt in die schwierigen Verhandlungen mit Brüssel geschritten. Denn in den nächsten Monaten muss Großbritannien mit der Europäischen Union verhandeln, wie man den Austritt aus dieser gestalten soll.

Doch jetzt wird klar, dass May sich mit den Neuwahlen vielleicht selbst ins Bein geschossen hat. Verlieren die Konservativen nächste Woche tatsächlich die Mehrheit im Parlament, könnte gerade Labour-Führer Corbyn vom "Hung Parliament" profitieren.

Denn gelänge es ihm, mit anderen Parteien, etwa den Liberal-Demokraten oder den Schottischen Nationalisten, eine Mehrheit zu schmieden, könnte plötzlich er statt May in Downing Street 10 sitzen.

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(sk)

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