Medienbericht: Trump kündigt Pariser Klima-Abkommen auf

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Trump kündigt Pariser Klima-Abkommen auf | Bloomberg via Getty Images
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  • US-Präsident Trump soll den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen haben
  • Offen ist wohl, ob er nur das Abkommen oder gleich den zugrunde liegenden UN-Vertrag kündigen will

US-Präsident Donald Trump soll entschieden haben, für die USA das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen.

Das berichtet das Portal "Axios" und beruft sich dabei auf zwei nicht näher genannte Quellen, die mit der Entscheidung vertraut sein sollen.

"Axios" hatte zuletzt bereits lange vor der offiziellen Bestätigung über den Rücktritt von Trumps Kommunikations-Chef Mike Dubke berichtet. Das erst 2016 gegründete Portal wurde von ehemaligen Redakteuren des angesehenen Magazins "Politico" gegründet.

Trump erwägt einen Austritt aus dem UN-Klimaabkommen

Dem Bericht nach arbeitet ein Team um den Leiter der Umweltbehörde EPA Scott Pruitt an den Details des Austritts. Es werde erst noch entschieden, ob die USA nur aus dem Pariser Vertrag austreten oder gleich die UN-Klimarahmenkonvention aufkündigen.

Der Austritt aus dem Pariser Vertrag könnte frühestens im November 2020 erfolgen. Dem Monat, in dem in den USA Wahlen stattfinden.

Innerhalb eines Jahres dagegen ließe sich die Konvention aufkündigen - was ein noch radikalerer Schritt wäre. Damit würde sich Trump von der gesamten Klimadiplomatie der UN lösen, die die USA 1992 unter George W. Bush ratifiziert hatten. Automatisch wären die USA dann auch nicht mehr an das Abkommen von Paris gebunden.

Noch vergangene Woche hatte Trump getwittert, dass er in dieser Woche eine Entscheidung treffen wolle.

Offenbar erwägt Trump auch einen Austritt aus dem UN-Klimaabkommen

Sollte sich die Information bestätigen, wäre das alarmierend.

Lukas Hermwille, Research Fellow am Wuppertal Institut for Energy, Transport and Climate Policy, hatte der HuffPost noch kurz vor der Veröffentlichung der Nachricht gesagt, der Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen könne "gravierende Folgen" haben. "Schließlich ist es de facto ein Vertragsbruch."

Derzeit gehen Experten aber davon aus, dass die USA keinen Dominoeffekt mit ihrem Austritt anstoßen würden, weil sich unter anderem China und viele südamerikanische Staaten mit einer Art "Jetzt erst recht"-Haltung zunehmend zum Klimaschutz bekennen.

Klimaschützer betonen auch, das einzelne US-Staaten wie Kalifornien und auch viele Unternehmen trotzdem weiter gegen die Erderwärmung vorgehen wollen. Organisatorisch und finanziell wäre ein Abschied der USA aus dem institutionalisierten Klimaschutz der Welt auf jeden Fall eine gewaltige Herausforderung.

Hermwille sagte aber auch: "Den größten Schaden werden aber die USA haben, die ihre gute Position in Sachen erneuerbare Energien zu verspielen drohen, wo sie ja bisher auch technologisch zu den Vorreitern zählen."

Mit Material von dpa

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