Das 5-Minuten-Ritual, das mein Sexleben komplett verändert hat

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Natürlich kann man sein Sexleben nicht per Knopfdruck verbessern oder verändern – aber wenn man sich damit auseinandersetzt, kann das zu positiven Entwicklungen führen. | iStock
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Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Refinery29

Mein Freund und ich haben es einer App zu verdanken, dass wir in einer stabilen Beziehung sind, aber es ist keine Dating-App. Seit etwa einem Jahr sind wir beide abhängig von einer Meditations-App für das Smartphone.

Am Ende jeden Tages, wenn wir dabei sind, den nächsten zu planen, greifen wir uns unsere Kopfhörer und legen uns zu unserem Hund ins Bett, um einer angeleiteten Meditationssitzung zuzuhören.

An manchen Nächten machen wir das zusammen, an anderen jeweils alleine.

"Manchmal schweben wir wirklich in den Schlaf"

Die kostenlose App bietet mehr als 250 Meditationskurse, aus denen man wählen kann. Sie haben unterschiedliche Längen und Lehrer. Unsere liebsten Meditationskurse sind "Change Your Lens“ in der "Confidence Collection“ und "Float To Sleep“ in der "Sleep Collection“, beide von Chrissy Carter.

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Ich habe außerdem angefangen, mit der "Kindness Towards Your Partner“ Serie von Stefanie Goldstein zu experimentieren, die im "Relationships“-Paket ist. Das Schöne an der App ist, dass sie in unterschiedliche Kategorien eingeteilt ist und man immer die passende für sich finden kann.

Manchmal schweben wir wirklich in den Schlaf (wie "Float To Sleep“ übersetzt bedeutet), aber manchmal schweben wir auch direkt in Richtung Sex. Auch der beste Sex wird zur Gewohnheit, aber bevor wir mit dieser Routine angefangen haben, hat mein Körper immer nur darauf gewartet, ins Bett zu gehen.

Wenn ich jetzt vorher meditiere, dann entspannen sich die gestressten Körperregionen (etwa meine Schultern und Beine); ich denke dann daran, wie wir beide atmen, und noch wichtiger, ich kann mich besser darauf konzentrieren, was wir gerade gemeinsam machen.

Manchmal, wenn ich den Meditationskurs für Beziehungen mache, dann soll ich mich an all die Eigenschaften meines Partners erinnern, die ich zu schätzen weiß. Das könnten wir alle auch öfter mal machen.

Meditation und Sex machen durchaus Sinn

In den meisten Meditationssitzungen geht es vor allem um die Achtsamkeit. Man soll seinen Gefühlen, Gedanken und körperlichen Empfindungen bewusst Aufmerksamkeit schenken. Insofern macht es also Sinn, dass diese Praxis auch eine Auswirkung auf das Sexleben hat.

Eine Studie der Brown University hat herausgefunden, dass Frauen nach einem ein- bis zweiwöchigen Meditationskurs schneller sexuell erregt wurden, möglicherweise, weil sie sich ihrer Gedanken bewusster geworden sind.

"Wer sich seines Körpers sehr bewusst ist, kann dadurch auch zu einer höheren Erregung kommen“, sagte Melanie Greenberg, eine Psychologin, die sich auf Beziehungen und Achtsamkeit spezialisiert hat.

Wer seine Gedanken beim Sex üblicherweise wandern lässt, darüber nachdenkt, ob man überhaupt Kommen kann, wann man das letzte Mal die Bettwäsche gewechselt hat, der kann schnell die Konzentration auf die Lust verlieren“, sagt Greenberg.

"Die Meditation hilft mir dabei, über den nächsten Moment nachzudenken"

Mein Partner und ich haben beschämenderweise schon oft einfach nur Abläufe nachgespielt, weil wir einfach wissen, was funktioniert. Die Meditation hilft mir dabei, über den nächsten Moment nachzudenken, statt nur in ein altes Muster zu fallen, sodass ich öfter auch Lust habe, neue Dinge zu tun.

Außerdem ist die Achtsamkeit relativ, und sie beeinflusst auch die Menschen um uns herum, sagt Grace Bullock, Professorin für Psychologie und Autorin von "Mindful Relationships: Seven Skills for Success“. Wie wir uns unserem Partner gegenüber fühlen hat viel damit zu tun, wie wir uns gegenüber uns selbst fühlen, sagt Bullock.

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"Wenn wir den Stress in unserem Leben nicht kontrollieren können, dann wird er sich auf unsere Beziehungen auswirken.“ Ich würde ja gerne von mir Behaupten, dass ich meine Sorgen im Bett verschwinden lassen kann, aber das stimmt einfach nicht, und das liegt definitiv nicht an meinem Partner.

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Deshalb meditiere ich, bevor wir es angehen lassen. Es hilft mir dabei, den Stress loszulassen und mich auf das zu freuen, was vor mir liegt.

Meditation braucht Übung

Natürlich kann man sein Sexleben nicht per Knopfdruck verbessern oder verändern – aber wenn man sich damit auseinandersetzt, kann das zu positiven Entwicklungen führen. Und Meditation braucht Übung.

Wer es nicht schafft, sich täglich auf diese Übung einzulassen, der kann es mit ein paar täglichen Übungen probieren, die es vielleicht auch ins Schlafzimmer schaffen. Ein guter Anfang ist es, das Telefon wegzulegen, wenn man mit dem Partner beim Essen ist und zu schauen, ob man besser antworten und aufnehmen kann.

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Wenn es einen spezifischen Konflikt in der Beziehung gibt, kann es hilfreich sein, bestimmte Gedanken achtsam aufzuschreiben, empfiehlt Greenberg. "Man kann auch eine achtsame Konversation trainieren. Dafür fokussiert man sich wirklich auf das, was der Partner sagt, versucht offen zu sein und zu akzeptieren, was er fühlt.“

Für meinen Partner und mich hat die Meditation viel gebracht, aber vielleicht ist sie nicht für jedes Paar mit Sexproblemen die geeignete Lösung. Aber es spricht nichts dagegen, es auszuprobieren. Im schlechtesten Fall ist man zusammen eingeschlafen, und daran ist wirklich gar nichts schlecht.

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(lk)