Dänisches Brauhaus stellt neues Bier her - aus dem Urin von Festival-Besuchern

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DANISH AGRICULTURE AND FOOD COUNCILS BEERCYCLING
Kreislauf schließt sich: Bier aus Urin von Festival-Besuchern gebraucht | Danish Agriculture and Food Councils Beercycling
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Eine Weltpremiere darf am 21. Juni in Kopenhagen erstmals verköstigt werden: "Pisner". Ein Bier, das mit Hilfe des Urins von Besuchern des Musikfestivals in Roskilde gebraut wurde. Was unappetitlich klingt, hat einen ernsthaften ökologischen Hintergrund.

Zudem wurde der Urin nicht direkt verwendet, sondern von dänischen Farmern als Düngemittel eingesetzt. Auf den entsprechenden Feldern bauten sie dann Braugerste an.

Urin wird bereits seit hunderten Jahren als Dünger eingesetzt - nun allerdings anstatt von Schweinen und Kühen erstmals von Menschen, den Musikfans auf Nordeuropas größtem Festival.

60.000 Flaschen frisches "Pisner"

Bereits 2015 hatte der dänische Agrar- und Ernährungsrat 54.000 Liter Urin auf dem Roskilde-Festival gesammelt. Im Frühjahr 2016 wurden die Ausscheidungen auf die Felder gesprüht auf denen letztendlich elf Tonnen Braugerste geerntet werden konnten.

Das Kopenhagener "Nørrebro Bryghus" ("Nørrebro Brauhaus") braut daraus seit März das Bier, das am Ende in 60.000 Flaschen "Pisner" abgefüllt werden soll.

danish agriculture and food council

Dänemarks Agrarchefin: "Wenn du Bier mit Urin als Dünger brauen kannst, kannst du fast alles andere recyceln"

"Wir sind jetzt bereit für das Projekt, den Kreislauf zu schließen und ein Bier zu brauen", heißt es in der offiziellen Pressemitteilung euphorisch.

Dänemarks Farmer wollen mit dem "Beercycling" auf ihre Fähigkeiten hinweisen, dem Wirtschaftskreislauf wieder möglichst viele Stoffe zuzuführen. "Wenn du Bier mit Urin als Dünger brauen kannst, kannst du fast alles andere recyceln", erklärte Karen Hækkerup, CEO des Dänischen Agrar- und Ernährungsrats.

Auch Henrik Vang, Chef vom Nørrebro Bryghus, unterstrich die Herausforderungen von Nachhaltigkeit und einer Kreislaufwirtschaft, die beide dem Projekt zugrundeliegen.

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