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31/05/2017 17:16 CEST | Aktualisiert 31/05/2017 17:16 CEST

Wer nicht will, dass seine besten Mitarbeiter kündigen, sollte ihnen diese 5 Fragen stellen

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Bei Mitarbeitergesprächen ist gegenseitiges Vertrauen eine Grundvoraussetzung.

Gute Mitarbeiter kündigen oftmals aus denselben Gründen. Gegenseitiger Respekt, ein fairer Umgangston und Wertschätzung sind vielen Angestellten in Deutschland offenbar wichtiger als eine hohe Bezahlung oder eine steile Karriere.

Das geht zumindest aus einer aktuellen Studie zur Jobzufriedenheit mit 1018 Angestellten des Personaldienstleisters Manpower Group hervor.

Doch wie können es Unternehmen schaffen, ihren Mitarbeitern genau das zu geben, was sie wirklich wollen?

Die Lösung könnte eine besondere Art von Mitarbeitergespräch sein, in dem sich die Befragten vor ihren Vorgesetzten zu fünf vordefinierten Fragen äußern sollen.

Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrauen

Bei den Mitarbeitergesprächen ist Transparenz eine Grundvoraussetzung. Denn das Konzept setzt vollkommene Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter voraus.

Und auch den nötigen Respekt, dass beide Partien ausreichend Zeit haben, offen über ihre Probleme sprechen zu können, Fragen zu stellen und um dann daraus neue Ideen und Resultate zu schmieden.

Mehr zum Thema: Wie dich der falsche Sitznachbar im Job deine Karriere kosten kann

Die amerikanische Sicherheitsfirma Webroot-Softwaremit über 400 Mitarbeitern hat das Konzept dieser Gespräche erstmals intern implementiert. Und das nach eigenen Angaben mit großem Erfolg.

"Diese Form von Gesprächen sind bei weitem aufschlussreicher für die Stimmung unter den Mitarbeitern als jede andere Art der Informationsermittlung“, sagte Melanie Williams, Leiterin der Personalabteilung, dem Karriere-Magazin "Inc.com".

Sie sieht den klaren Vorteil darin, dass die Gespräche "auf gleicher Augenhöhe“ geführt werden - und somit direkter sind als jede andere Befragung.

Beide Seiten profitieren davon: Mitarbeiter und Führungskräfte

Denn von der Wertschätzung profitieren am Ende beide Parteien, Mitarbeiter und Unternehmen. Es gäbe weniger Kündigungen und die Mitarbeiter wären zufriedener, sagte Williams dem Portal.

Sie nennt die Gespräche "Stay-Interviews“, was so viel heißt wie "Bleib-hier-Gespräche". Durch die Interviews fühlen sich die Mitarbeiter besser wertgeschätzt und die Führungskräfte können klarer präzisieren, warum die Mitarbeiter wichtig sind und was sie tun können, um das Unternehmen voranzubringen.

Im Umkehrschluss können die Angestellten ihre Sorgen und Ängste mitteilen und erklären, was für sie funktioniert und was nicht.

Die fünf Fragen an die Mitarbeiter sollten klar und ungezwungen sein und das Wichtigste auf den Punkt bringen.

1. "Was magst du an deinem Job?“

Diese Frage zielt darauf ab, zu Beginn des Gesprächs eine positiven Grundstimmung zu schaffen. Oftmals sehen Mitarbeiter mehr negative Dinge als positive Aspekte ihrer alltäglichen Arbeit.

Diese From der Resignation basiert auf Erfahrungswerten, die der Mitarbeiter im Laufe seiner Karriere gemacht hat und die sich "eingeschliffen“ haben. Daher ist es gut, sich zuerst den Dingen zu widmen, die nicht schlecht sind.

2. "Beschreibe einen Arbeitstag, der dir besonders gut gefallen hat."

Positive Erinnerungen sollten bei den meisten Mitarbeitern im Vordergrund stehen. Für Führungskräfte und Chefs ist es wichtig zu wissen, wie für ihre Angestellten ein idealer Arbeitstag aussieht. Nur dann können sie dafür sorgen, dass diese "besonderen" Arbeitstage, zu alltäglichen werden.

3. "Hast du das Gefühl, dass du dich deinen Fähigkeiten entsprechend genug einbringen kannst?“

Die beste Antwort, die an dieser Stelle vom Mitarbeiter kommen kann ist die, dass er sein Potential noch nicht vollends ausgeschöpft hat. Für Chefs wäre dieser Fall eine Win-Win-Situation. Sie zeigt auf, dass der Mitarbeiter nicht nur vollkommen motiviert ist, sondern sich gerne noch mehr in das Unternehmen einbringen möchte.

Der Chef oder die Führungskraft kann anschließend mit dem Mitarbeiter neue Aufgaben und Tätigkeiten definieren. Davon profitieren beide Seiten.

4.“Findest du, dass du für dein Arbeit genügend Wertschätzung erhältst?“

Bei dieser Frage haben Führungskräfte möglicherweise am meisten zu knabbern. Die wenigsten Mitarbeiter werden diese nämlich positiv beantworten - aus einem einfachen Grund: Laut einer Studie des amerikanischen Umfrage-Institutes Gallup stehen Lob und Wertschätzung in direkten Zusammenhang mit Motivation und Freude an der Arbeit.

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Dennoch wird nach wie vor in viel zu vielen Unternehmen zu selten gelobt. Wertschätzende Worte oder Lob sollten daher mindestens ein Mal pro Woche an die Mitarbeiter ausgesprochen werden.

5. "Wird dir genügend Respekt entgegengebracht?“

Diese Frage betrifft die Gesundheit von ganzen Arbeitsgruppen. Das toxische Verhalten von Mitarbeitern kann dazu führen, dass mancher Angestellte aus Frustration und Stress schlichtweg kündigt - und das, obwohl es oft ganz profane Lösungsmöglichkeiten gibt.

Doch nicht nur der gegenseitige Respekt unter den Mitarbeitern ist hier gefragt, sondern auch der, der von oben kommt. Zahlreiche Studien beweisen, dass Respekt ein wahrer Katalysator für Mitarbeiter-Engagement ist und Respektlosigkeit dazu führt, dass die Mitarbeiter kündigen.

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(lk)