AfD-Politiker Gauland: Für Erdogan stimmende Deutschtürken "haben in diesem Land keine Heimat"

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GAULAND
AfD-Politiker Gauland würde Ausreise von Teil der Deutschtürken begrüßen | dpa
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  • Die AfD-Spitze attackiert den Islam und dessen Anhänger
  • Erste hatte Spitzenkandidatin Weidel ein Kopftuch-Verbot gefordert
  • Nun legt Spitzenkandidat und Gauland nach: Er würde Deutschtürken, die beim Referendum für Erdogan gestimmt haben, am liebsten ausweisen

Die AfD reibt sich wieder am Islam. Nach einer kurzen Feuerpause hat sich die Partei wieder auf ihren Lieblingsfeindbild eingeschossen. Erst am Wochenende hatte Alice Weidel, Spitzenkandidatin der rechtspopulistischen Partei, gefordert, Kopftücher aus der Öffentlichkeit "zu verbannen".

Nun legt Alexander Gauland, der zweite Spitzenkandidat und AfD-Vize, nach: Mit einer provokanten Aussage über einen Teil der Deutschtürken.

In einem Interview mit dem Schweizer "Tages-Anzeiger" erklärte Gauland, er glaube, dass gläubige Deutschtürken in diesem Land nicht richtig aufgehoben seien:

"Das überwältigende Ja der Deutschtürken zu Erdogans Verfassungsreferendum hat gezeigt, dass die Integration total gescheitert ist. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn die Wege sich wieder trennen würden: dass der Türke seine Loyalität zwischen Istanbul und Ankara auslebt und wir unsere deutsche Identität hier pflegen."

Gauland: Deutschtürken, die für Erdogan gestimmt haben, "haben in diesem Land nicht ihre Heimat"

Auf die Nachfrage, ob Gauland es also begrüßen würde, wenn alle Deutschtürken, die für Erdogan gestimmt haben, Deutschland verlassen, antwortete der 76-Jährige mit "ja". Aus seiner Sicht habe das Votum gezeigt, "dass sie in diesem Land nicht angekommen sind und auch nicht ihre Heimat haben".

Zwar votierten beim Referendum Mitte April knapp 64 Prozent der türkischen Wähler in Deutschland für die Einführung des Präsidialsystems .

Doch die Erdogan-Fans unter den Deutschtürken waren in der Minderheit: Etwa 1,5 Millionen türkeistämmige Staatsbürger leben in Deutschland. 1,4 Millionen von diesen waren wahlberechtigt. Tatsächlich abgestimmt haben davon jedoch nur etwa die Hälfte, also an die 700.000 Menschen.

Und von diesen knapp 700.000 haben dann nach Angaben der türkischen Behörden rund zwei Drittel für die Verfassungsänderung gestimmt - das sind am Ende 445.000 Deutschtürken, die Erdogan ihre Stimme gaben.

Von den deutschtürkischen Staatsbürgern in Deutschland sind das nicht mal ein Drittel.

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