China baut Riesen-Stadt, um das verschmutze Peking zu entlasten - und schafft schon das nächste Problem

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China baut eine Mega-Stadt, um die verschmutzte Hauptstadt zu entlasten | Screenshot/Youtube
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Die Luftverschmutzung in der chinesischen Hauptstadt ist legendär - im negativen Sinne. Gerade im Winter fällt die Sicht in Peking bisweilen unter 50 Meter. Nicht nur, dass dann Autobahnen geschlossen und der Flugverkehr eingestellt werden müssen, der Smog ist vor allem extrem gesundheitsschädlich.

Laut den Vereinten Nationen verursacht die Luftverschmutzung in China fast 1,4 Millionen Tote. Um dem Problem nun entgegenzutreten, will die chinesische Regierung eine komplett neue Stadt errichten - die drei Mal so groß wie New York werden soll.

Xiongan soll dreimal so groß wie New York werden

Bereits jetzt werde die Stadt von Hauskäufern und Spekulanten überrannt, die Smog, Staus und Überfüllung entfliehen wollen. Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian".

Xiongan heißt der Ort, der zugleich eine Sonderwirtschaftszone werden soll. Die Pläne wurden vor Kurzem von der kommunistischen Führung enthüllt, inklusive blumigem Propagandavideo.

Die neue Mega-Stadt, die sich über drei Regionen 100 Kilometer südwestlich von Peking erstrecken soll, wird von den Behörden überschwänglich als "notwendige Strategie für das kommende Millenium" beschrieben.

Laut der Nachrichtenagentur Xinhua werde Xiongan den Druck von Chinas 22-Millionen-Hauptstadt reduzieren und "ein neues Kapitel in der historischen Umstellung des Landes auf koordinierten, integrativen und nachhaltigen Wachstum einleiten".

"Xiongan wird die Zukunft einer neuen Stadt erzählen"

Der überschwängliche Kommentar des Staatsmediums endet mit den Worten:

"Xiongan wird mehr als eine bloße Replik von Chinas vergangenem Erfolg sein. Es wird die Geschichte der Zukunft einer neuen Stadt erzählen."

Auch der chinesische Präsident Xi Jinping ist überzeugt davon, dass die Stadt eine Vorbildfunktion für innovative Entwicklung sein werde, "die den Umweltschutz priorisiert und das Wohlbefinden der Menschen verbessert".

Genau diese Aussagen lockten die Spekulanten in die Stadt. Diese erhoffen sich, mit Immobilien und Grundstücke jetzt große Profite machen zu können. Allein in den Stunden nach der offiziellen Ankündigung hätten sich die Grundstückspreise fast verdoppelt, berichteten lokale Medien.

Die Regierung untersagte deshalb sogar den kurzfristigen Verkauf.

Beobachter sehen deshalb bereits die nächste Immobilienblase aufkommen - und damit eine künftige Geisterstadt.

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(ks)