Björn Höcke attackiert mit einem Bild Heiko Maas – doch es ist gefälscht

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HEIKO MAAS
Das Cover von Heiko Maas' neuem Buch (oben). Die AfD hat nun eine Fälschung des Titelbildes in Umlauf gebracht | Piper Verlag
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  • AfD-Politiker Björn Höcke hat ein gefälschtes Cover von Heiko Maas' neuem Buch auf Facebook gepostet
  • Höcke suggeriert, Maas führe einen Kampf gegen das deutsche Recht
  • Der Piper Verlag hat nun rechtliche Schritte eingeleitet

Der AfD-Politiker Björn Höcke hat ein gefälschtes Foto des neuen Buches von Justizminister Heiko Maas (SPD) verbreitet.

Eigentlich lautet der Untertitel von "Aufstehen statt wegducken": "Eine Strategie gegen Rechts". Die AfD hat daraus "Eine Strategie gegen das Recht" gemacht.

Über dem gefälschten Cover prangt der Schriftzug: "Wahlkampf direkt aus dem Justizministerium".

Höcke, der wegen seiner Radikalität sogar in der AfD umstritten ist, suggeriert also: Der Justizminister missbraucht sein Amt, um das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit aufzukündigen.

Klare Attacke gegen Maas und "das System"

"Im Endspurt vor der Bundestagswahl fallen bei den Blockparteien die letzten Hemmungen", kommentierte Höcke das Foto. Und zieht durch die Verwendung des Begriffs "Blockparteien" eine klare Parallele zur DDR.

Der Rechtspopulist schreckt nicht davor zurück, Deutschland als totalitären Staat und das Parteiensystem als gleichgeschaltet zu bezeichnen.

Die einzig echte Opposition ist für Höcke die Partei, für deren Bekämpfung Maas eine praktische Anleitung in seinem Buch biete: die AfD.

Die amtierende Regierung, und allen voran Maas mit seinem "Hate-Speech-Gesetz", agiere als Zensur- und Überwachungsapparat und entziehe "sich allen rechtsstaatlichen Standards", kommentierte Höcke. Er bezieht sich auf einen Gesetzentwurf, mit dem Maas Konzerne wie Facebook zwingen will, Hasskommentare schneller zu löschen.

"Wie bei totalitären verschwimmen die Grenzen der Gewaltenteilung: Ein Justizminister missbraucht sein Amt, um Druck auf Unternehmen wie Facebook auszuüben, damit diese rechtzeitig vor der Wahl die freie Meinungsäußerung beschneiden", wetterte Höcke auf Facebook.

Diffamierung der Volksparteien durch die AfD hat System

Der Post mit dem gefälschten Foto passt zur Taktik der AfD. Sie wirft den etablierten Parteien und insbesondere deren Spitzenpolitikern vor, ihre Macht zu missbrauchen.

Die AfD hat die These sogar in ihrem Parteiprogramm niedergeschrieben.

Von der "Allmacht der Parteien und deren Ausbeutung des Staates" ist da die Rede, von einem "politischen Kartell".

User reagieren hasserfüllt

Der diffamierende Facebook-Beitrag Höckes hat seine Wirkung nicht verfehlt. Viele User scheinen die Fälschung nicht bemerkt zu haben.

"Die Altparteien Politiker sind der letzte Müllhaufen von Deutschland. Unwählbar. Volksverräter. Zu DDR-Zeiten hätten sie die alle eingesperrt wegen Volksverrat. Widerliche Knallköpfe", kommentiert etwa ein wütender Nutzer.

Das zeigt, wie sehr Höcke Hass schürt und damit das Vertrauen in die Politik weiter untergräbt.

Der Beitrag Höckes wurde bis jetzt mehr als 280 Mal geteilt und über 100 Mal kommentiert.

Verlag leitete rechtliche Schritte ein

Viele der Nutzer durchschauen die Fälschung jedoch und machen in den Kommentaren darauf aufmerksam.

So schreibt ein Facebook-User: "Einfach widerlich wie die AFD mit Fälschungen Stimmung macht! Einfach mal den Buchtitel ändern!"

Auf Nachfrage der HuffPost Deutschland gab der Piper Verlag nun an, gegen die AfD-Fälschung vorgehen zu wollen.

"Wir haben rechtliche Schritte eingeleitet", sagte Eva Brenndörfer, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung des Piper Verlages. Der Verlag hatte Maas' neues Buch Ende Mai herausgegeben.

Mehr zum Thema: Blog: Die AfD ist unwählbar

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