WIRTSCHAFT
31/05/2017 10:33 CEST

Neuer Drogerie-Riese? Warum sich Amazon gegen dm und Rossmann durchsetzen wird

dpa
Neuer Drogerie-Riese? Warum sich Amazon gegen dm und Rossmann durchsetzen wird

  • Amazon drängt auf den Drogeriemarkt

  • Bis Ende des Jahres sollen neben Eigenmarken auch die Marken von der Konkurrenz wie Rossmann oder Aldi verkauft werden

  • Aktuelle Zahlen zeigen, wie Amazon der Konkurrenz die Kunden streitig machen kann

Der Online-Händler Amazon will nach Supermärkten nun auch Drogerien wie Rossmann oder dm attackieren. Dazu plant der US-Konzern, sein Geschäft mit Drogeriewaren kräftig auszubauen.

Unter anderem plane der Versandhändler bis zum Ende des Jahres ein Basissortiment an Eigenmarken einzuführen. Aber auch die Eigenmarken von Aldi oder Rossmann will Amazon künftig selbst verkaufen. Amazon hat die Medienberichte wie gewohnt bisher nicht kommentiert.

Das Medienmagazin "Horizont" hat jetzt die Erfolgsaussichten des Online-Händlers analysiert.

Aus drei Gründen könnte der Versandriese mit seiner Strategie tatsächlich bei den Kunden erfolgreich sein:

Bereits jetzt ist der US-Konzern äußert aktiv auf dem Drogerie-Markt: Laut einer Analyse des E-Commerce-Marktforschers Metoda hätten die "Konsumenten den Bezugskanal Amazon auch im Drogeriesortiment akzeptiert".

Demnach würden derzeit im Schnitt täglich mehr als 82.000 Bestellungen im Drogeriesortiment getätigt. "Amazon kann Drogerie", ist Metoda-CEO Stefan Bures überzeugt. Auf dem umkämpften deutschen Drogeriegeschäft hat Amazon laut Metoda bereits jetzt einen Marktanteil von etwa vier Prozent.

Infografik: 229 Millionen Produkte auf Amazon.de | Statista

Auf dem Online-Markt ist Amazon schon jetzt der Konkurrenz weit überlegen: Sinnbild für den Rückstand der einheimischen Drogeriemärkte sind deren Online-Shops. So hat dm, die nach Umsatz derzeit größte deutsche Drogeriekette, erst 2015 den Verkauf über das Internet gestartet.

Gerade für die stetig wachsende Kundengruppe junger, online-affiner Familien dürfte Amazon "eine attraktive Adresse sein", urteilt "Horizont".

Denn viele kaufen bereits andere Produkte aus dem breiten Programm des Versandriesen ein oder sind gar über Amazon Prime mit dem Konzern verbunden. Die Hürde künftig (noch mehr) Drogerieprodukte bei Amazon zu bestellen, ist deshalb denkbar niedrig.

Auch weil Amazon auf eine Politik der versandkostenfreien Versendung setzt.

Infografik: Bringt Amazon Schwung in den Onlinehandel mit Bedarfsgütern? | Statista

Der Versandhändler genießt großes Vertrauen: Der US-Konzern gehört weltweit zu den Top-Marken, insbesondere im Verkaufssektor. Für deutsche Verbraucher ist Amazon gar die relevanteste Marke überhaupt ist - noch vor Apple und Google. Das hatte eine repräsentative Umfrage der Marken- und Strategieberatung Prophet im Januar 2017 ergeben.

In einer aktuellen Kundenbefragung von Reader's Digest landete Amazon bei den vertrauenswürdigsten Handelsunternehmen auf dem dritten Platz, nur Rewe und Edeka schnitten besser ab.

Die wichtigsten Konkurrenten im Drogeriegeschäft lagen hingegen weit hinter dem Onlinehändler: dm schaffte es auf Rang 12, Rossmann gar nur auf Platz 27. Amazon verfügt also über einen enormen Vertrauensvorschuss. "Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Amazon nicht auch im Drogeriesegment davon profitieren würde", so "Horizont".

Mehr zum Thema: Amazon ändert Rückgabebedingungen für Millionen Produkte - das müsst ihr jetzt wissen

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(lp)

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