POLITIK
30/05/2017 06:37 CEST | Aktualisiert 30/05/2017 07:04 CEST

"Trump in den Weg stellen": Schulz ruft zum Widerstand gegen US-Politik auf

Fabrizio Bensch / Reuters
New Social Democratic Party (SPD) leader Martin Schulz addresses a news conference at their party headquarters in Berlin, Germany, January 30, 2017. REUTERS/Fabrizio Bensch

  • Politiker der SPD wollen sich US-Präsident Trump entgegenzustellen

  • Sie fordern eine stärkere europäische Einigkeit

  • Auch aus der CDU werden Rufe nach einem Schulterschluss mit Frankreich laut

SPD-Politiker rufen zum Widerstand gegen US-Präsident Donald Trump auf.

Es sei "das Gebot der Stunde, sich diesem Mann mit allem, was wir vertreten, in den Weg zu stellen", sagte der SPD-Vorsitzende Martin Schulz am Montagabend bei einer SPD-Veranstaltung in Berlin.

Europa sei der beste Schutz für die Demokratie, für die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt.

"Wer dieser US-Politik nicht entgegentritt, macht sich mitschuldig", sagte Außenminister Sigmar Gabriel der "Rheinischen Post".

Mit Blick auf den Trump-Kurs ergänzte er: "Wer den Klimawandel durch weniger Umweltschutz beschleunigt, wer mehr Waffen in Krisengebiete verkauft und wer religiöse Konflikte nicht politisch lösen möchte, der bringt den Frieden in Europa in Gefahr." Die kurzsichtige Politik der amerikanischen Regierung stehe gegen die Interessen der Europäischen Union.

Mehr zum Thema: "USA fallen als wichtige Nation aus": Außenminister Gabriel spricht Trumps Amerika die Führungsrolle ab

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann setzt auf einen Schulterschluss zwischen Berlin und Paris.

"Wir müssen schnell eine gemeinsame Initiative von Deutschland und Frankreich für einen Neustart von Europa starten. Deutschland hat mit Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron einen großen Verbündeten für ein neues Europa", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Dagegen warnte FDP-Chef Christian Lindner nach dem weitgehend gescheiterten G7-Gipfel davor, den Dialog mit den USA zu vernachlässigen.

"Aus Irritation darf keine dauerhafte Entfremdung werden", sagte er am Montagabend während einer Veranstaltung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Berlin. "Der Dialog muss gerade dann, wenn es große Meinungsunterschiede gibt, besonders intensiv geführt werden."

Zuvor war Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem G7-Gipfel in Taormina, bei dem Trump die Partner brüskiert hatte, auf Distanz zu den USA gegangen. "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei", sagte sie.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen rief die Europäer ebenfalls zu mehr Eigenständigkeit auf.

"Donald Trump hat durch seine Äußerungen, seine Nichtaussagen und sein Verhalten die Grundlagen der transatlantischen Gemeinschaft in Frage gestellt", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich mahnte er:

"Wir sollten nicht den Fehler machen, Trump mit den USA zu verwechseln. Er ist der gegenwärtige Präsident, aber nicht die USA."

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