Wirbel um Helene Fischer: Das steckt wirklich hinter dem Pfeifkonzert

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Diesen Auftritt wird Helene Fischer wohl noch lange in Erinnerung behalten

Routiniert gab sie sich beim DFB-Pokalfinale trotz der lauten Pfiffe, doch Helene Fischer (32, "Herzbeben") hatte nicht damit gerechnet, dass sie jemals das Opfer eines derartigen Pfeifkonzerts werden würde. Das erklärte sie Thomas Gottschalk (67), der sie am Sonntag in seiner Show "Mensch Gottschalk - Das bewegt Deutschland" empfing. "Ich bin nicht naiv", erzählte sie, sagte aber auch: "Hätte ich das im Vorfeld gewusst..." und als Gottschalk ergänzte "wärst du daheim geblieben", antwortete sie lachend "Ja". Doch was ist eigentlich der Grund dafür, dass es die Fußball-Fans so hart auf Fischer abgesehen hatten? Es gibt mehrere Theorien.

War es einfach die falsche Musik?

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Der Deutschen liebste Schlagerkönigin lieferte bereits den Soundtrack für das WM-Sommermärchen von 2014. "Atemlos durch die Nacht" zog sie mit unseren Fußballhelden über die große Feier vor dem Brandenburger Tor. Im Ersten hatte Weltmeister Toni Kroos (27) damals erklärt, dass der Song sogar die inoffizielle Hymne der WM-Elf war, die das Lied immer in der Kabine laufen ließ. So mancher mag aber glauben, dass Schlager einfach nicht so wirklich zu Fußball passt. So war unter anderem mehrfach auf Twitter zu lesen, dass Fischer "nervt" und auch noch "Playback singt". Hätte aber eine mit dem Fußball verbundene Band wie die Toten Hosen ("Urknall") auf der Bühne gestanden, hätte es dann wirklich anders ausgesehen? Vermutlich nicht, zumindest nicht, wenn es nach weiteren Theorien geht.

War es eine Wette?

Auch im "Sportschau Club" der ARD kam Helene Fischer zu Wort - und legte den Grundstein für eine weitere Theorie. "Ich hab aber viral mitbekommen, dass da eine Wette am Laufen war", erklärte die Sängerin nach dem Pokalendspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund. "Ich bin kein ausgewiesener Dortmund-Fan. Ich bin ziemlich neutral, muss ich sagen. Und ich hab ganz ehrlich von ganzem Herzen beiden Mannschaften die Daumen gedrückt", erklärte sie.

Im Auge der Fans wurde sie zuvor allerdings als BVB-Anhängerin gesehen - wohl vor allem, weil sie zuvor einmal in einem Shirt mit Dortmund-Logo oder auf einem Konzert auch schon mit entsprechendem Fan-Schal gesichtet worden war. Es soll gewettet worden sein, dass die Eintracht-Fans Fischers Gesang mit ihren Pfiffen auch im Fernsehen überdecken können. Einige Frankfurter Kneipen hätten angeblich angekündigt, bei Gelingen Freibier auszuschenken. Da gibt es nur zwei kleine Probleme an dieser Theorie: Auch viele Dortmunder Fans pfiffen mit und die Eintracht entschuldigte sich per Tweet bei Fischer. "Mit Dir hat das nichts zu tun", hieß es darin unter anderem.

Halbzeitshow unerwünscht

Beide bisher erwähnten Faktoren mögen bis zu einem gewissen Grad einige Fans zum Pfeifen gebracht haben, doch viele sind sich sicher, dass der Hauptgrund ein anderer ist. Viele Fußballfans befürchten offenbar, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aus dem Finale ein Happening machen will, wie es beim amerikanischen Super Bowl schon seit Jahren der Fall ist. Dieser ist neben dem sportlichen Aspekt vor allem auch für seine stets ausschweifende Halbzeitshow bekannt. Zum Fußball passt so etwas nach Ansicht vieler Fans aber nicht. Ex-Nationalspieler Fredi Bobic (45), Vorstand der Eintracht, hatte sich laut "Sport1" schon im Vorfeld kritisch geäußert: "Das hat beim Pokalfinale nichts zu suchen, weil wir Fußball spielen und die wahren Fans des Fußballs haben in der Halbzeitpause keine Lust darauf."

Selbst für Katarina Witt (51) hatte es ein paar Pfiffe gegeben, doch die Fans waren der ehemaligen Eiskunstläuferin deutlich gnädiger gestimmt. Witt hatte den Pokal ins Stadion getragen. Im Dortmunder Fanblock habe es nach dem Bericht des Sportsenders deutlich ein Banner zu sehen gegeben, auf dem "Krieg dem DFB" gestanden sei.

Der mitgliederstärkste Sportverband der Welt habe laut dem Bericht die Signale der Zuschauer verstanden und ziehe nun in Erwägung weitere Showeinlagen bei kommenden Veranstaltungen zu überdenken. Fischer, die sonst so wenig falsch zu machen scheint, war in diesem Fall also einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.