Was du tun kannst, wenn dein Kind Cybermobbing-Opfer geworden ist

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KIND SCHULWEG
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Deine Tochter oder dein Sohn werden online beleidigt, beschimpft und bloßgestellt? Du solltest jetzt schnell reagieren – und auf der einen Seite deinem Kind helfen und beistehen. Andererseits musst du etwas tun, um das Cybermobbing schnell zu beenden. Wir zeigen, was wichtig ist.

Dein Kind hat sich in letzter Zeit zurückgezogen, kann nicht schlafen, hat keinen Hunger mehr, klappt schnell das Notebook zu, wenn du in der Nähe bist, und wirkt verstört, nachdem es das Smartphone in der Hand hatte? Dieses Verhalten kann darauf hindeuten, dass dein Sohn oder deine Tochter zum Opfer von Cybermobbing geworden ist.
Das Wichtigste ist jetzt für dich, deinem Kind zu helfen. Nur: Wie verhältst du dich am besten? Viele Eltern fühlen sich hilflos und überfordert, wenn Sohn oder Tochter online beleidigt, bloßgestellt oder lächerlich gemacht werden.

Wie du jetzt mit deinem Kind umgehen solltest

Das Erste, was du tun solltest, ist dein Kind auf deine Vermutung anzusprechen. Setz dich in Ruhe mit ihm hin und zeige Verständnis. Wahrscheinlich blockt es alle Fragen zunächst ab und spielt herunter, was passiert ist. Denn die Situation ist ihm womöglich peinlich, es schämt sich, vielleicht fühlt es sich sogar schuldig. Zeig deinem Sohn oder deiner Tochter, dass du ihn oder sie ernst nimmst und unterstützt. Cybermobbing-Opfer müssen das Gefühl haben, dass man ihnen glaubt und dass sie nicht alleine sind.

Falsch wären jetzt Vorwürfe, etwa in der Art: „Dass du auch immer so viel am Smartphone hängst.“ Das bringt jetzt gar nichts und sorgt nur dafür, dass sich dein Kind noch schlechter fühlt. Noch schlimmer wäre es, wenn du dein Kind bestrafst. Ein Smartphone- und Internetverbot ist nicht sinnvoll und hilft nicht weiter. Außerdem können der oder die Täter immer noch gemeine und herabwürdigende Fotos, Videos oder Posts über deine Tochter oder deinen Sohn veröffentlichen – auch wenn diese Instagram, WhatsApp oder Snapchat gerade nicht nutzen.

Mach dir bewusst, dass dein Kind nicht gequält wird, weil es sich irgendwie falsch verhalten hat. Jeder kann zur Zielscheibe werden. Das solltest du auch deinem Kind erklären und ihm so die Angst nehmen, dass es einen Fehler begangen haben könnte und deswegen gemobbt wird.

Sprich mit ihm darüber, was ihr jetzt konkret unternehmen wollt und könnt. Entscheide nichts über seinen Kopf hinweg und beziehe es unbedingt in die Lösungsversuche ein. Schließlich ist es dein Kind, das zur Zielscheibe wird und den Klassenkameraden, die es womöglich virtuell quälen, auch auf dem Schulhof begegnet. Es sollte immer Bescheid wissen, etwa darüber, dass du mit den Eltern eines der Täter geredet hast.

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Wie du auf das Cybermobbing reagieren solltest

Informiere in jedem Fall die Schule und den Klassenlehrer über das, was passiert ist. Mobbing im echten Leben und virtuelle Quälereien gehen oft Hand in Hand: Wer auf dem Schulhof beleidigt und geärgert wird, kann auch im Internet zum Opfer werden – und umgekehrt.

Es ist wichtig, alle Schüler für das Thema zu sensibilisieren. Viele Täter machen sich gar nicht bewusst, welch schlimme Folgen es für Betroffene hat, wenn sie auf diese Weise lächerlich gemacht werden. Die Lehrer sollten Cybermobbing zum Thema im Unterricht machen, erst recht, wenn es in der Klasse schon vorgekommen ist.

Aber du solltest auch gegen diejenigen vorgehen, die für das Mobbing verantwortlich sind. Keinesfalls sollte dein Kind auf die fiesen Nachrichten oder Posts reagieren. Das stachelt den Absender noch an. Übernimm du die Antwort, in Absprache mit deinem Sohn oder deiner Tochter. Verzichte auf ebenfalls beleidigende Worte, bleibe ruhig und sachlich. Fordere die Täter unmissverständlich auf, die Inhalte zu entfernen.

Reagieren sie nicht und löschen sie die beleidigenden Fotos oder Posts nicht, dann melde diese auf der jeweiligen Plattform. Die Betreiber prüfen anschließend, ob sie entfernt werden. Für die Meldung gibt es etwa bei Instagram, Facebook und Snapchat spezielle Buttons. Bei den Netzwerken und auch bei WhatsApp solltest du unbedingt auch den Täter blocken, damit er deinem Kind nichts mehr schicken kann.

Wenn ihr wisst, wer hinter den virtuellen Angriffen steckt, dann informiere die Eltern des Täters. Stelle sie zur Rede und fordere sie auf, etwas gegen das Mobbing zu unternehmen.

Sammle Beweise zu den Vorfällen: Nimm Screenshots von den gemeinen WhatsApp-Nachrichten, Posts oder Bildern auf, speichere alles und sichere auch die Links zum Profil des Täters. Notiere die Daten und Uhrzeiten und den Namen und Nicknamen des Absenders. Das hilft auch weiter, wenn der Täter nicht bekannt ist. Mit den Informationen können Schule, Mobilfunkbetreiber oder Social-Media-Plattform leichter herausfinden, wer hinter den virtuellen Angriffen steckt.

Bei besonders schlimmen Mobbing-Vorfällen kannst du auch einen Anwalt einschalten und Anzeige bei der Polizei erstatten, beispielsweise, wenn dein Kind bedroht wird.

Wenn du Rat und Unterstützung brauchst, dann solltest du dir selbst Hilfe suchen. Zum Beispiel bei den Experten der Computerhilfe Plus der Telekom. Sie helfen vorbeugend, um gar nicht erst eine Angriffsfläche für Cybermobbing zu bieten. Aber auch dann, wenn peinliche oder rufschädigende Inhalte im Netz sind, unterstützen sie dich. Gemeinsam mit seinen Partnern von der Roland Schutzbrief-Versicherung hilft das Team der Computerhilfe Plus dabei, dass Beleidigungen, üble Nachrede oder andere rufschädigende Inhalte im Internet gelöscht werden. Dafür werden beispielsweise die richtigen Ansprechpartner und Kontakte recherchiert, die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien ins Rollen gebracht, Gegendarstellungen verfasst und alle relevanten Kanäle beobachtet. Die Maßnahmen sind individuell auf jeden Schadensfall abgestimmt. Mehr Informationen erhältst du hier: www.telekom.de/computerhilfe-plus


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