POLITIK
30/05/2017 06:12 CEST

TV-Duell vor Großbritanniens Parlaments-Neuwahlen zeigt Theresa Mays Schwächen

POOL New / Reuters
Prime Minister Theresa May appears on a joint Channel 4 and Sky News general election programme recorded at Sky studios in Osterley, west London, May 29, 2017. REUTERS/Stefan Rousseau/Pool

Es ist nur noch eine Woche bis zur Neuwahl des Parlaments in Großbritannien - und Premierministerin Theresa May schwächelt.

Ihr einst komfortabler Vorsprung auf den Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn ist auf wenige Prozentpunkte eingeschmolzen. Nach einer YouGov-Umfrage liegt sie nur noch fünf Punkte vor Corbyn.

Gestern Abend haben May und ihr Herausforderer im britischen Fernsehen um jede Wählerstimme gekämpft. Die Politiker beantworteten am Montagabend Fragen von Moderator Jeremy Paxman und Zuschauern im Studio, traten aber nicht direkt in einer Debatte an.

Vor allem May bekam viel Kritik vom Studiopublikum für die Politik der Regierung zu hören. Die Brexit-Verhandlungen wurden das wichtigste Thema.

Die amtierende Premierministerin betonte mehrmals, dass sie versuche, das beste Abkommen für Großbritannien bei den Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu erzielen.

Sie werde bei den Verhandlungen zäh bleiben, sollte ihre Partei gewinnen, so May. Es sei der richtige Weg, aus dem Brexit einen Erfolg für Großbritannien zu machen, erklärte May.

Mehr zum Thema: Theresa May: EU-Politiker wollen britische Wahl beeinflussen

Moderator Paxman versuchte, sie zu einer Aussage zu bewegen, ob sie den Brexit immer noch für eine gute Idee halte.

May wiederholte jedoch nur, die britischen Wähler hätten entschieden und sie versuche nun, den bestmöglichen Ausgang zu erzielen. Paxman erklärte, aus der Sicht eines EU-Verhandlungsführers wirke May zu unentschieden.

Das Studiopublikum kritisierte May unter anderem offen für Kürzungen im Gesundheitssystem und Bildung. An einem Punkt rief ein Zuschauer, May habe ihre Aufgaben klar verfehlt.

Auch Herausforderer Corbyn erhielt Kritik von Moderator Paxman und dem Publikum im Studio. Paxman kritisierte Corbyn dafür, dass er die IRA nicht brandmarke und sich mit Vertretern der Hamas getroffen habe.

Mehr zum Thema: Großbritannien gibt gerade alles auf, wofür das Land einmal gestanden hat

Paxman warf Corbyn zudem vor, vorgeschlagen zu haben, bei einem Wahlsieg die britische Monarchie abzuschaffen. Dies stehe nicht auf seiner Agenda, erklärte Corbyn.

Er kämpfe für soziale Gerechtigkeit und gegen Armut, nicht für eine Änderung der Rechtslage im Bezug auf die Monarchie.

Gewählt wird in Großbritannien am 8. Juni. Zentrale Aufgabe der neuen Regierung wird es sein, die Bedingungen für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union mit Brüssel auszuhandeln.

Auch auf HuffPost:

Milliardenschulden bei der EU: Droht jetzt ein Scheitern des Brexit?

Sponsored by Trentino