Die SPD "strickt" an ihrem Wahlsieg: Mit solcher PR wird das nichts, Herr Schulz!

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Gute Öffentlichkeitsarbeit ist was Feines. Wenn es ruckelt im Unternehmen, in der Partei, lässt sich damit eine ganze Zeit lang von den Problemen ablenken. Und wenn's dann ausgeruckelt hat, wird das gute Ergebnis mit ordentlich Getöse und Pomp präsentiert.

Nicht so bei der SPD.

Gabriel stiehlt Schulz die Show

Die eiert gerade von einem PR-Desaster zum nächsten. Erst hält ihr Spitzenkandidat Martin Schulz endlich die Grundsatzrede, auf die alle warten - und dann stellt Ex-Chef Sigmar Gabriel gleichzeitig sein Buch vor.

Hin, her, vor, zurück

Dann kündigt die SPD an, Eckpfeiler ihres Wahlprogramms vorzustellen. Und sagt das Treffen einen Tag vorher ab. Um dann doch wieder zuzusagen.

Die Omas von Twitter

Und jetzt verbreitet der Parteivorstand die Aufnahme eines strahlenden Martin Schulz' inmitten strickender überwiegend älterer Damen. "Wir stricken weiter am Wahlsieg", so die Botschaft.

Ach nö.

Besser als mit solchen Aktionen lässt sich heraustrompeten, dass man intern weder mit den Inhalten und Koordination zurande kommt, noch die Professionalität hat, das mit Taktik zu kaschieren.

Seniorinnen mögen die neue Werbung putzig finden - aber ob die SPD sie ausgerechnet über Twitter erreicht? Oder verschreckt die Partei mit so viel ollem Wortwitz und Betulichkeit nicht eher das junge Publikum?

Vielleicht sollte die SPD mal in ein Handbuch zur Öffentlichkeitsarbeit schauen. Sie gibt sogar selbst eines heraus. Kostet nur 50 Cent, ist in maximal drei Tagen lieferbar oder gleich online herunterzuladen.

Da wird erklärt, dass mit Öffentlichkeitsarbeit Menschen informiert, ja gar, überzeugt werden sollen. Und dass es Zielgruppen gibt. Klingt banal. Ist es auch. Ist eben für Anfänger gedacht. Passt ja offensichtlich.

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(ll)

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