Franz Müntefering: "Die Jungen sollen sich ihre Zukunft nicht zerdeppern lassen"

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(GERMANY OUT) Franz Müntefering (Ehemaliger Bundesminister und Parteivorsitzender, SPD) in der ARD-Talkshow 'GÜNTHER JAUCH' am 19.01.2014 in Berlin Thema der Sendung: Mein Tod gehört mir! Ð Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben? (Photo by Müller-Stauffenberg/ullstein bild via Getty Images) | ullstein bild via Getty Images
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  • Der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering hat die Jugend dazu aufgerufen, sich stärker in der Politik einzumischen
  • Sie dürfe es nicht zulassen, dass Demokratie-Gegner wie die AfD ihre "Zukunft zerdeppern"
  • In diesem Zusammenhang warb er auch dafür, das Wahlalter zu senken

Der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering hat die Jugend dazu aufgerufen, sich stärker in die Politik einzumischen.

"Die Jüngeren müssen mit Gestaltungsanspruch in die politischen Parteien gehen, auf den Tisch hauen und sagen, was sie wollen", sagte er der HuffPost mit Blick auf den Erfolg nationalistischer Bewegungen in Europa und den USA.

Die Merheit der Jungen in Deutschland sei für Europa und "sie sollten sich von jungen oder alten Demokratie-Gegnern nicht ihre Zukunft zerdeppern lassen."

"AfD ist Gift für die Demokratie"

So bezeichnete Müntefering die AfD als "Gift für die Demokratie". Von der Mehrheitsfähigkeit sie die Partei weit entfernt, aber sie attackiere zentrale Grundwerte unseres Grundgesetzes. "Man darf die schleichende Wirkung nicht unterschätzen." Die Vernünftigen müssten sich nun "unterhaken und den demokratischen Weg gehen und um ihn streiten, wo Streit nötig ist."

In diesem Zusammenhang warb er auch dafür, das Wahlalter zu senken.

"Ich finde, dass es auch schon viele 16-Jährige gibt, die zu einer verantwortlichen politischen Meinungsbildung fähig sind", sagte er. "Sie sollten mitwählen dürfen. Auch weil der frische Blick auf gesellschaftliche Fragen oft bei den Jungen liegt."

"Jugend muss das Wahlrecht auch nutzen"

Diese Forderung findet sich auch im SPD-Wahlprogramm wieder. Auf Landesebene ist das schon möglich. Zuletzt durften 16-Jährige bei den in Schleswig-Holstein wählen.

Auch auf HuffPost: Warum es sich gerade jetzt lohnt, auf die junge Generation zu hören

Müntefering mahnte die Jugend allerdings dazu, "dass sie die Chance des Kreuzchens, das Wahlrecht also, nutzen". In Großbritannien hätte der Brexit etwa verhindert werden können, wenn die Jüngeren zahlreicher zur Abstimmung gegangen wären. Und auch die Rentendebatte in Deutschland sei in eine falsche Richtung gelaufen.

"Rente mit 63 war ein falsches Signal"

"Die kurzzeitige Rente mit 63 war ein falsches Signal, das unnötig Illusionen verbreitet", sagte er. "Alterssicherung ist verlässlich organisierbar, aber nicht mit den Regeln von gestern. Angst wäre falsch, Beliebigkeit allerdings auch."

Müntefering hatte in seiner Zeit als Sozialminister unter Kanzlerin Merkel die Rente mit 67 entworfen. Dafür warb der SPD-Politiker erneut: "Gerechtigkeit ist wichtig und sie darf nicht zu Lasten der einen oder anderen Generation gesucht werden", sagte er. "Das gilt auch für die Alterssicherung zukünftiger Generationen."

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(ks)

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