Diese Restaurants haben die Portionen verkleinert, bei gleichem Preis - und werden dafür gefeiert

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Restaurantbesucher zahlen den vollen Preis für zwei Drittel der Portion. Was übrig bleibt, nutzen Hilfsorganisationen, um den Welthunger zu bekämpfen.

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Würdest du dein Mittagessen opfern, wenn du damit einem hungrigen Kind helfen könntest?

Diese Idee steckt hinter der brasilianischen Anti-Hunger-Initiative Satisfeito (portugiesisch für "satt“). Teilnehmende Restaurants servieren etwa zwei Drittel der üblichen Portion und berechnen dafür den vollen Preis. Der überschüssige Teil der Einnahmen wird gemeinnützigen Organisationen gespendet, die sich für hungernde Kinder einsetzen.

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Dabei werden zwei Ziele verfolgt: Indem kleinere Portionen serviert werden, sagen die Restaurants der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Außerdem werden Restaurantbesucher dazu animiert, sich gegen Mangelernährung einzusetzen.

"Es ist unfassbar, wie viel Essen weltweit verschwendet wird“, sagt Projektkoordinator Marcos Szajer. "Gleichzeitig verhungern Menschen weltweit. Wir müssen diesen Widerspruch bekämpfen.“

Satisfeito - 60 Teilnehmende Restaurants

Momentan nehmen 60 Restaurants am Projekt teil. Die meisten befinden sich in São Paulo, manche in anderen Teilen Brasiliens oder in Mexiko. Seit dem Start von Satisfeito konnten 40.000 Dollar an brasilianische Hilfsorganisationen in Brasilien, Mexiko und Südafrika gespendet werden, unter anderem an Lebensmittelbanken und Kinderhilfsorganisationen.

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Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem. Etwa ein Drittel aller Lebensmittel, die jährlich produziert werden, werden entsorgt, während 800 Millionen Menschen nicht genug zu Essen haben.

"Lebensmittelverschwendung kannst du nicht von Hunger trennen“, sagt Szrajer. "Deswegen wollen wir den Menschen beide Perspektiven vermitteln: Manche müssen einfach nur einen verantwortungsvollen Konsum lernen; andere müssen Menschen vor ihrer Tür verhungern sehen. Dieses Projekt zeigt, dass wir Hunger bekämpfen können, indem die Lebensmittelverschwendung verringern.“

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Indem Restaurants ihre Portionsgrößen verringern, gibt Satisfeito ihnen mehrere Möglichkeiten, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren: Sie benutzen lokale, saisonale Zutaten, was außerdem Transportwege verringert; oder sie verwenden Teile von Gemüse, die normalerweise entsorgt werden, wie Schalen und Kerngehäuse.

Restaurants markieren Gerichte, die sie mit sparsamen Methoden zubereiten, mit "Satisfeito“ in ihren Speisekarten, damit Kunden wissen, dass sie mit dem Kauf die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung unterstützen. Außerdem verpflichten sich die Restaurants dazu, jeden Monat einen Teil ihres Erlöses Satisfeito zukommen zu lassen, die die gesamten Spenden an Hilfsorganisationen weiterleitet.

Satisfeito gibt Restaurants als Richtwert vor, etwa fünf bis zehn Prozent eines jeden Satisfeito-Gerichts, das sie verkaufen, zu spenden. Der Höhe des tatsächlichen Betrags können die Restaurants allerdings selbst bestimmen.

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"Unser Ziel ist es, dass mehr Restaurants an unserem Projekt teilnehmen, damit wir mehr Menschen unsere Botschaft vermitteln können“, sagt Szrajer. "Die Menschen müssen anfangen, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern.“

Tipps für verantwortungsbewussten Konsum

Um weniger Lebensmittel zu verschwenden, empfiehlt Szrajer, öfter in den Supermarkt zu gehen und jedes Mal etwas weniger zu kaufen, sodass weniger Lebensmittel unangetastet im Kühlschrank liegen bleiben und am Ende entsorgt werden müssen. Außerdem kann man im Restaurant zunächst kleinere Portionen bestellen und, sollte man nach dem Essen immer noch hungrig sein, mehr dazu bestellen, denn alles, was man übrig lässt, wandert automatisch in den Mülleimer.

"Menschen sind beim Essen praktisch veranlagt – es ist einfacher, nur einmal pro Woche in den Supermarkt zu gehen oder einfach ein großes Gericht im Restaurant zu bestellen“, meint Szrajer. "Aber so ein Verhalten hilft nicht.“

Neben Satisfeito gibt es weitere Projekte, die sich gegen den Hunger einsetzen: Apps wie Too Good To Go in Großbritannien und FoodForAll in den USA erlauben Usern, Überreste aus Restaurants zum reduzierten Preis zu bestellen.

Ketten wie Bon Appetit und Starbucks spenden jährlich Tonnen von überschüssigem Essen. Und ein Restaurant in Berlin, Restlos Glücklich, stellt seine Gerichte aus Zutaten her, die ansonsten keinen Käufer gefunden haben.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der australischen Ausgabe der HuffPost.

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