POLITIK
29/05/2017 07:59 CEST | Aktualisiert 29/05/2017 08:00 CEST

"Machtplan bis 2021": Bei der Frage nach der Merkel-Nachfolge fällt immer wieder ein Name

Hannibal Hanschke / Reuters
"Machtplan bis 2021": Bei der Frage nach der Merkel-Nachfolge fällt immer wieder ein Name

  • Ein Unions-Erfolg bei der Bundestagswahl wird immer wahrscheinlicher

  • In der Partei soll es bereits Überlegungen geben, wie es nach einer erneuten Merkel-Amtszeit weitergehen soll

  • Medien handeln Annegret Kramp-Karrenbauer als Merkel-Nachfolgerin

Die Vorzeichen haben sich gedreht. Vor wenigen Monaten sprachen die politischen Beobachter in Deutschland von einer "Merkel-Müdigkeit“ und einem "Schulz-Effekt“. Jetzt wirkt der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz müde und Kanzlerin Angela Merkel – so hört man es aus Unionskreisen – "kämpferisch wie nie“.

Der Sieg bei der Bundestagswahl wird immer wahrscheinlicher. In Umfragen liegt die Union derzeit bei rund 38 Prozent. Sogar ein Ende der ungeliebten Großen Koalition ist damit in greifbarer Nähe.

Die CDU beginnt daher bereits, langfristiger zu planen. Das Magazin "Focus“ spricht von einem "Machtplan bis ins Jahr 2021“. Dabei geht es auch um die Frage, wer irgendwann auf die Kanzlerin folgen könnte.

Als Merkel im November ankündigte, noch einmal anzutreten hieß es: Die Kanzlerin konnte gar nicht anders. Weil sie es versäumt hatte, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin in Position zu bringen.

Mehr zum Thema: Die ewige Kanzlerin? Warum die Deutschen immer wieder Merkel wählen

"Kramp-Karrenbauer rückt in der Parteihierarchie immer näher an Merkel“

Nun fällt neben dem jungen Jens Spahn immer wieder der Name Annegret Kramp-Karrenbauer. Die saarländische Ministerpräsidentin hatte die Union mit ihrem Sieg bei der Landtagswahl wieder auf Kurs gebracht. Sie gilt in ihrer liberalen Ideologie als Merkel-nah.

Und Kramp-Karrenbauer ist eine Kämpferin. Sie scheute kein Risiko, als sie vor der Wahl im März verkündete: "Entweder Wiederwahl, oder ich ziehe mich zurück.“

Die Strategie ging auf - sie gewann. Wie Merkel weiß Kramp-Karrenbauer aber auch, wie riskant es ist, "all in“ zu gehen. "Phantasiearmut“ werfen die Linken ihr wegen ihrer abwartenden Art vor. In der Union würden die meisten es wohl eher das "merkelsche Erfolgsrezept“ nennen, das Kramp-Karrenbauer befolgt.

Auch CDU-Chefin Merkel ist dafür bekannt, lange abzuwarten, bis sie nach vorne prescht. Sie tastet die politische Stimmung ab – und entscheidet dann, welcher Weg einzuschlagen ist. Nur selten setzt sie alles auf eine Karte – nicht erst seit ihrem "Wir schaffen das“ kennt Merkel das Risiko absoluter Entscheidungen.

Die "FAZ“ analysierte zuletzt, Kramp-Karrenbauer rücke durch ihre Strategie "in der Parteihierarchie immer näher an Merkel“. Der "Focus“ glaubt: Erst könnte die Ministerpräsident CDU-Vorsitzende werden – irgendwann vielleicht gar Bundeskanzlerin.

Ganz plötzlich käme das nicht: Schon vor drei Jahren hieß es aus dem Umfeld der Kanzlerin: "Kramp-Karrenbauer ist derzeit Merkels Nummer eins."

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(bp)

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