"Trump tritt im Stile eines Herrschers auf": Schulz zum gescheiterten G7-Gipfel

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MARTIN SCHULZ
Social Democratic Party (SPD) leader Martin Schulz addresses a news conference in Berlin, Germany, May 15, 2017. REUTERS/Hannibal Hanschke | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • SPD-Chef Martin Schulz schießt scharf gegen US-Präsident Donald Trump
  • Er forderte die EU-Staaten auf, entschieden gegenüber dem "autoritären Herrscher" aufzutreten

Nach dem weitgehend gescheiterten G7-Gipfel von Taormina dringen führende deutsche Politiker auf eine engere Zusammenarbeit der europäischen Staaten.

"Europa ist die Antwort. Eine stärkere Kooperation der europäischen Staaten auf allen Ebenen ist die Antwort an Donald Trump", sagte der SPD-Vorsitzende Martin Schulz dem ARD-Hauptstadtstudio.

Schulz verlangte zudem eine entschiedenere Haltung Europas gegen Trump: "Gegen einen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, der ja andere demütigen will. Der ja im Stile eines autoritären Herrschers auftritt."

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Zuvor hatte schon Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärt: "Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen."

Bei einem Wahlkampfauftritt in München sagte sie zur Begründung: "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei."

Merkel reagierte damit auf den G7-Gipfel, bei dem US-Präsident Trump die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) mit seinem Konfrontationskurs in eine schwere Krise gestürzt hatte.

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Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sagte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" zu den Beziehungen mit den USA: "Wir sind auf einem Tiefpunkt."

Das habe G7 nochmals deutlich gezeigt. "Da ist leider außer Spesen nichts gewesen."

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, warf Trump vor, die weltweite Führungsrolle der USA aufs Spiel zu setzen. "US-Präsident Trump hat sich im Kreis der G7 mit fehlerhaften Analysen und fortwährender Wahlkampfrhetorik isoliert", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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