John F. Kennedy wäre heute 100 geworden - was ihr zum US-Präsident wissen müsst

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Präsident John F. Kennedy wusste stets mit seinem Charme zu überzeugen - und hatte doch einige unbequeme Geheimnisse

Es ist der 22. November 1963 um 12:30 Uhr mittags, als Jackie Kennedy in ihren Armen hält, was vom Kopf ihres Mannes John übriggeblieben ist. Vier US-Präsidenten fielen in der Geschichte des Landes einem Attentat zum Opfer: Abraham Lincoln (1865), James A. Garfield (1881), Williams McKinley (1901) - und als bislang letzter John F. Kennedy an besagtem Tage in Dallas, Texas. Am 29. Mai wäre JFK, um dessen kurzes Leben und erst recht um dessen schockierenden Tod sich zahlreiche Mythen ranken, 100 Jahre alt geworden.

Der Privilegierte

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Dass der am 19. Mai 1917 geborene John Fitzgerald Kennedy mit 43 Jahren als der (bislang) jüngste gewählte US-Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen würde, konnte selbstredend niemand vorhersehen. Eine in den USA so gerne gesehene Underdog-Erfolgsgeschichte war sein politischer Aufstieg allerdings nicht. Als Sohn reicher Eltern und Enkel des Politikers John F. Fitzgerald führte Kennedy von klein auf ein privilegiertes Leben, wuchs, wenn man so will, mit einem goldenen Löffel auf.

Der Playboy

Schon zu Zeiten seines Politik-Studiums in Harvard arbeitete der charismatische Kennedy neben seiner Karriere fleißig am Ruf als Playboy. Daran änderte auch seine Ehe mit Jackie nichts. Legendär sind Gerüchte über eine Liaison mit Sexsymbol Marilyn Monroe, die 1962 anlässlich seines 45. Geburtstages so unnachahmlich lasziv "Happy Birthday, Mr. President" hauchte. Auch die dubiose Gangster-Braut Judith Campbell behauptete stock und steif, dass der US-Präsident eine Affäre mit ihr eingegangen sei. Im Sommer 1963 sei aufgrund ähnlicher Gerüchte gar die deutschstämmige Ellen Rometsch ausgewiesen worden. Gemunkelt wurde auch, Kennedy habe selbst im Weißen Haus oftmals die Dienste von Callgirls in Anspruch genommen. Das hat selbst Donald Trump noch nicht fertiggebracht...

Der Kriegsheld

1941 meldete sich Kennedy im Alter von 24 Jahren freiwillig beim US-Militär. Zunächst bekam er einen Bürojob in der US-Marine, ein Vorfall am 7. Dezember im selben Jahr änderte dies aber schlagartig: der Angriff auf den Marinestützpunkt Pearl Harbor durch die Japaner. Kennedy leitete als Kommandant eines Schnellboots einen Einsatz im Pazifik, doch ein japanischer Zerstörer rammte das Boot. Selbst schwer verletzt schaffte es Kennedy, einen Kameraden in Sicherheit auf eine Insel zu ziehen - was ihm unter anderem das Purple Heart (Verwundetenauszeichnung) und den Ruf eines Kriegshelden in der Heimat einbrachte.

Der Kranke

Doch noch einen anderen Ruf hatte Kennedy inne: den des ewig Kranken. Schon als Jugendlicher musste er seine Leidenschaft für Football aufgeben, sein Studienbeginn wurde wegen unterschiedlichen Krankheiten, darunter Gelbsucht, mehrmals verschoben. Bis zu seinem tragischen Tod soll Kennedy unter heftigen Rückenschmerzen gelitten haben, verbrachte viele Wochen und Monate im Krankenhaus und trug zu Lebzeiten ein Korsett. "Hätte die Nation gewusst, wie krank John F. Kennedy wirklich ist, wäre er nie Präsident geworden", schrieb Kennedys Biograf Robert Dallek. Sogar ins Koma sei Kennedy nach einer Rückenoperation gefallen, habe einige Tage zwischen Leben und Tod geschwebt.

Der Präsident

Am 20. Januar 1961 wurde Kennedy als der 35. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. "Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann - fragen Sie, was Sie für Ihr Land tun können", sagte Kennedy damals unter dem tosenden Applaus seiner Wähler. Was sich alles in seinen 1.036 Amtstagen zutragen sollte, hätte er sich wohl nicht in seinen düstersten Alpträumen ausmalen können. Nach der gescheiterten Invasion Kubas in der Schweinebucht, dem verheerenden Krieg in Vietnam und spätestens mit der Kubakrise schien der dritte Weltkrieg unausweichlich.

Der Berliner

Doch selbst in diesen angespannten Zeiten schien Kennedy zumindest im Westen stets die richtigen Worte zu finden. Zum 15. Jahrestag der Luftbrücke über Berlin besuchte er den Westen der Stadt und hielt eine Rede, die noch über 50 Jahre später für Gänsehaut sorgt. Am Rathaus Schöneberg an der Seite von Bürgermeister Willy Brandt und vor geschätzt 1,5 Millionen Menschen sagte er sie, die berühmten Worte. "Ich bin ein Berliner".

Der Märtyrer

Ein langes Leben war Kennedy bekanntlich nicht vergönnt. Etwa eineinhalb Stunden nach dem Attentat wurde als einziger Verdächtiger Lee Harvey Oswald verhaftet und der Öffentlichkeit präsentiert. Nur wenige Tage später fiel auch Oswald einem Attentat zum Opfer. Die genauen Umstände seines Todes werden wohl nie aufgeklärt, bis heute gibt es zahlreiche und teils wahnwitzige Verschwörungstheorien. Die CIA könnte die Finger im Spiel gehabt haben, eine Rache der Mafia wurde vermutet, selbst Jackie Kennedy und wiederrum ihr späterer Ehemann Aristoteles Onassis wurden als mögliche Drahtzieher hinter dem Attentat vermutet. Die Wahrheit, sollte es eine andere, als die offizielle geben, werden wir wohl nie erfahren.

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