Sonntagstrend: FDP so stark wie seit 2010 nicht mehr - SPD verliert weiter an Zustimmung

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  • Die FDP feiert ihre politische Wiederauferstehung
  • Nicht nur bei den NRW-Wahlen erzielten die Liberalen ein starkes Ergebnis - auch in den Umfragen zur Bundestagswahl
  • Gleichzeitig verliert die SPD weiter an Zustimmung
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Lange war die FDP in der Versenkung verschwunden. Der Absturz aus dem Bundestag war auch ein Absturz aus der Bedeutsamkeit für die Liberalen.

In der Folge ist die FDP zu einer Ein-Mann-Partei geworden: In der öffentlichen Wahrnehmung ist eigentlich nur der Vorsitzende Christian Lindner präsent. Vielleicht noch sein Vize Wolfgang Kubicki - aber wer kann dann noch einen weiteren, wichtigen FDP-Politiker nennen?

Die FDP kämpft so immer noch mit ihrer jüngeren Vergangenheit - aber sie kämpft. Und wird dafür scheinbar belohnt.

Wahlsieger in NRW, Sieben-Jahres-Hoch im Sonntagstrend

Das starke Ergebnis bei den Wahlen in Nord-Rhein-Westfalen, wo die Freien Demokraten mit der CDU die Regierung stellen werden, ist nur ein Signal dafür.

Denn im Sonn­tags­trend, den das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Emnid wö­chent­lich für die "Bild am Sonntag" er­hebt, ge­win­nen die Li­be­ra­len einen Zäh­ler dazu und kom­men auf 8 Pro­zent. So gut stand die FDP seit Mai 2010 nicht mehr in der Wählergunst da.

Damit hat die Partei nun die Grünen eingeholt, die ebenso wie die Linke und die AfD bei 8 Prozent Zustimmung bei den Befragten liegen. Die FDP schickt sich also an, wieder zu neuer Bedeutung im Land zu finden. Liberale Werte scheinen wieder en vogue zu sein - zumindest mehr als früher.

SPD verliert im Sonntagstrend weiter an Zustimmung

Früher - das heißt, vor wenigen Monaten - war auch die SPD im Aufwind. Jetzt ist sie in der Realität angekommen.

Für die Zustimmungswerte beim Sonntagstrend lautet diese, dass sie seit fünf Wochen stetig schrumpfen. In der aktuellen Emnid-Umfragte verlieren die Sozialdemokraten erneut einen Prozentpunkt und erreichen nur noch 25 Prozent. Damit liegt die SPD nun 13 Punkte hinter der Union, die bei 38 Prozent verharrt.

Auch bei der Zustimmung zum SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz sieht es nicht besser aus. Wenn der Bundeskanzler direkt gewählt werden könnte, würde sich der Umfrage zufolge 29 Prozent für Schulz entscheiden - aber 52 Prozent für Kanzlerin Angela Merkel.

Mehr zum Thema: Medienbericht: Martin Schulz verliert in der SPD an Rückhalt

Ein dramatischer Wandel, denn Anfang Februar hatte Schulz noch mit 46 Prozent vor Merkel mit 40 Prozent gelegen.

Mögliche Koalition aus CDU und FDP?

Der Trend spricht gegen die SPD - und für Schwarz-Gelb. Noch allerdings würden einer Koalition der Christdemokraten mit den Liberalen laut dem Sonntagstrend 5 Prozentpunkte fehlen, um eine Mehrheit nach der Bundestagswahl zu erreichen.

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Doch hält der Aufschwung der FDP bei gleichzeitiger Krise der SPD an, wäre eine schwarz-gelbe Regierung schnell im Bereich des möglichen. Allerdings: Auch eine Fortsetzung der Großen Koalition ist nach Stand des aktuellen Sonntagstrends eine sehr realistische Variante.

Will die FDP für die CDU zu einer Machtoption werden, muss sie also weiter kämpfen - und den Bundesbürgern auch personell mehr bieten, als nur Christian Lindner.

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