Merkel resigniert nach dem G7-Gipfel: Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr

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ANGELA MERKEL
Merkel appellierte in München an den Zusammenhalt Europas | MATTHIAS BALK via Getty Images
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  • Das G7-Bündnis steckt in einer schweren Krise
  • Die europäischen Staaten haben tiefgreifende Differenzen mit den USA - und ihrem Präsidenten Donald Trump
  • Merkel appelliert nun an die Europäer, zusammenzuhalten

Die letzten Tage in Taormina haben gezeigt: Das G7-Bündnis steckt in einer schweren Krise. Denn Europa hat tiefgreifende Differenzen mit den USA.

Nun fand Bundeskanzlerin Angela Merkel deutliche Worte und beschwor den Zusammenhalt Europas.

“Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt”, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag bei einem gemeinsamen Bierzelt-Auftritt mit CSU-Chef Horst Seehofer in München.

Zwar sprach sie den Namen nicht aus, dennoch ist eindeutig, dass sie damit auf US-Präsident Donald Trump anspielte.

Mehr zum Thema: Schlechtes Klima: Trump erzürnt die G7-Partner mit seiner Haltung zum Umweltschutz

Der hatte die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) mit seinem Konfrontationskurs auf dem G7-Gipfel in eine schwere Krise gestürzt. Nur in letzter Minute konnte eine komplette diplomatische Katastrophe abgewendet werden.

Trump hatte auf dem G7 Gipfel für einen Affront gesorgt, da er das Pariser Abkommen nicht anerkennen wollte.

Der US-Präsident empfindet das Klimaabkommen als unfair und schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung der USA. Er drohte sogar mit einem Ausstieg. Erst in der nächsten Woche will Trump darüber entscheiden, wie er auf Twitter ankündigte.

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Die G7-Staaten stehen uneinig vor der Welt

Während sich in der Handelspolitik ein Konsens mit den USA finden ließ, blockierte der US-Präsident konstruktive Lösungsvorschläge auch bei der Flüchtlingspolitik.

Die G7-Staaten stehen somit uneinig vor der Welt. Aus diplomatischer Sicht ist diese Spaltung des Westens fatal - Länder wie Russland, das nach der Krim-Annektion im Jahr 2014 aus dem Staatenclub flog, könnten von dieser politischen Spaltung profitieren.

Merkel forderte am Sonntag deshalb einen stärken Zusammenhalt in der EU: ”Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen.”

Natürlich tue man dies in Freundschaft zu den USA und Großbritannien und in guter Nachbarschaft, “wo immer das geht, auch mit Russland, auch mit anderen Ländern”, betonte die Kanzlerin.

“Aber wir müssen wissen, wir müssen selber für unsere Zukunft kämpfen, als Europäer, für unser Schicksal.”

Mit Material der dpa

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