Trumps erste Auslandsreise war politisch wenig erfolgreich - doch 7 Momente werden uns in Erinnerung bleiben

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Trumps erste Auslandsreise war politisch wenig erfolgreich - doch 7 Momente werden uns in Erinnerung bleiben | Getty
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Sein Beraterstab wird wohl aufatmen: US-Präsident Donald Trump ist wieder auf dem Rückweg in die Vereinigten Staaten. Zurück in seine vertraute Umgebung: die Kampfzone Washington D.C.

In den vergangenen sieben Tagen hatte sich Trump zwar stets bemüht, zahlreiche mögliche Fettnäpfchen zu umgehen. Hinein stieg er trotzdem - oftmals mit Anlauf. Einige Unhöflichkeiten des ausländischen Gastes hatten gezeigt, dass er die Repräsentanten der von ihm besuchten Nationen vielfach nicht ernst nahm.

Das sah Trump selbstverständlich anders: Hinter ihm liege eine "wirklich historische Woche", erklärte Trump, kurz nachdem er den G7-Gipfel in Taormina verlassen hatte. Dort habe er "große Fortschritte" gemacht. Glückwunsch.

Erster Fauxpas schon vor der Abreise

Auch wenn er sich an die jeweilige Etikette hielt, boten Trumps Auftritte zwischen naiver Unschuld, tollpatschiger Unbeholfenheit und politischer Aggressivität genug Ansatzpunkte für Spott.

Den ersten Fauxpas beging Trump bereits bei Ankündigung seiner ersten Auslandsreise: Er schlug die französische Insel Korsika kurzerhand Italien zu.

Vor allem diese sieben Bilder von Trumps Übersee-Tour werden uns wohl im Gedächtnis bleiben:

1.Trump lässt den Säbel rasseln

Die gute Nachricht: Immerhin am ersten Tag seiner Reise schaffte Trump es noch, jegliche Blamagen in der saudischen Hauptstadt Riad zu vermeiden.

Doch nachdem der US-Präsident einen gigantischen 110 Milliarden US-Dollar schweren Waffendeal zwischen den USA und Saudi-Arabien einfädeln konnte, nahm er bei einem Empfang an einem traditionellen Schwert-Tanz teil.

Etwas unbeholfen schunkelte Trump zu Trommeln und Gesang, in der Hand einen saudischen Säbel. Auch Staatssekretär Rex Tillerson und Wirtschaftsminister Wilbur Ross schlossen sich dem Reigen an - augenscheinlich wohl eher unfreiwillig.

2. Der erleuchtete Präsident

Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien eröffnete Trump zusammen mit dem saudischen König Salman und dem ägyptischen Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi ein Anti-Radikalisierungszentrum in Riad.

Insbesondere ein Foto des Termins, auf dem die drei Staatsmänner einen leuchtenden Globus berühren, belustigte viele Menschen im Internet. Die Aufnahme sorgte sogar dafür, dass sich eine satanische Vereinigung einmischte.

Mehr zum Thema: Die Saudi-Connection: US-Präsident Trump wird in Saudi-Arabien von Interessenkonflikten verfolgt

3. Melania verwehrt die Hand

Ankunft in einem fremden Land, inklusive eines roten Teppichs: Eigentlich ein Standardauftritt für Staatsmänner. Was sollte da schon schiefgehen?

Nicht so bei den Trumps: Das Video zeigt das Ehepaar beim Empfang am israelischen Ben Gurion Flughafen bei Tel Aviv. Die Beiden laufen über den roten Teppich, Trump greift nach der Hand seiner Frau - doch First Lady Melania Trump ignoriert seine Geste. Vielmehr scheint sie seine Hand sogar wegzuschlagen.

Die Szene heizte die Vermutungen, dass es um die Ehe des Präsidenten nicht zum Besten steht, weiter an. Denn schon zuvor hatten sich um das Verhältnis von Donald und Melania Trump viele Gerüchte gerankt. Frostige Blicke bei öffentlichen Auftritten sorgten bereits häufiger dafür, dass Beobachter über mögliche Eheprobleme des US-Präsidenten spekulierten.

4. Trump an der Klagemauer

Donald Trump hatte als erster amtierender US-Präsident die für Juden heilige Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt besucht. Alleine und mit mit einer Kippa auf dem Kopf ging er an die Mauer und legte mit geschlossenen Augen eine Hand an sie. Dann steckte er einen Bittzettel in die Wand.

Bei jedem anderen Staatsmann eine Szene der Demut. Aufgrund Trumps Bauplänen einer riesigen Grenzmauer zum US-Nachbarstaat Mexiko boten die Bilder allerdings Anlass für Spott.

"Brauchbare Wand. Nicht schlecht. Meine wird viel größer als diese. Traurig!"

5. Ein Gästebucheintrag zum Fremdschämen

Für einen Staatsmann mehr als peinlich war Trumps Eintrag im Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Klar, der US-Präsident ist kein Mann der einfühlsamen Worte.

Dennoch klingt das Geschriebene eher nach einer Dankeskarte für eine Geburtstagsfeier als die Worte eines Staatsmannes, der einen Ort der Stille, Reflexion und Trauer besucht.

"Es ist mir eine Ehre, hier mit allen meinen Freunden zu sein - so wunderbar + werde es nie vergessen!"

6. Trump trifft den Papst

Trump (und vor allem sein Sprecher Sean Spicer) schien sich auf den Besuch mit dem katholischen Oberhaupt gefreut zu haben - der Papst allerdings weniger, wie zumindest etliche Internetnutzer mutmaßten.

Immerhin: Nach offizieller Darstellung beider Seiten verlief das Treffen harmonisch.

Für Aufsehen sorgte allerdings auch die keusche Kopfbedeckung von Ehefrau Melania und Tochter Ivanka, offenbar als Ehrerbietung für den Papst gedacht.

In der katholischen Kirche gilt eine Kopfbedeckung bei Frauen inzwischen als veraltet - in Saudi-Arabien hingegen, wo ein Kopftuch üblich ist, zeigten sich die beiden Frauen mit offen wallender Mähne.

7. Rüpel-Auftritt in Brüssel

In Brüssel wiederum bewies Trump: Selbst ist der Mann! Der amerikanische Traum besagt schließlich, dass jeder Mensch es bis ganz nach oben schaffen kann - oder eben in die erste Reihe. Dafür braucht es nur ab und an ein bißchen Ellenbogenmentalität.

Beim Nato-Gipfel in Brüssel scheute sich das Alpha-Tier nicht, potentielle Nebenbuhler aus dem Weg rammen, ganz nach dem Motto: "Trump first!"

Es traf Dusko Markovic, den Premierminister von Montenegro. Mit einem Stoß in die Seite hieß ihn Trump als neues Mitglied des Militärbündnis willkommen.

Mehr zum Thema: Diplomatie im Stundentakt: In Brüssel liefern sich die mächtigsten Politiker der Welt einen wahren Macht-Marathon

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(jg)

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