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27/05/2017 15:10 CEST | Aktualisiert 27/05/2017 18:10 CEST

Schlechtes Klima: Trump erzürnt die G7-Partner mit seiner Haltung zum Umweltschutz

Jonathan Ernst / Reuters
Schlechtes Klima: Trump erzürnt G7-Partner mit seiner Haltung zum Umweltschutz

  • Donald Trump hat auf dem G7-Gipfel für einen diplomatischen Affront gesorgt

  • Er weigert sich, gemeinsam mit den anderen Mitgliedsstaaten das Pariser Abkommen anzuerkennen

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte Trump daraufhin ungewohnt deutlich

Donald Trump ist ein unbequemer Gast in Taormina auf Sizilien. Beim Treffen der G7-Staaten sorgt der US-Präsident mit seiner Trotzhaltung einer gemeinsamen Politik für Unmut bei seinen Verbündeten.

Vor allem beim Thema Klimaschutz. Trump empfindet das Pariser Klimaabkommen als unfair und schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung der USA. Er droht mit einem Ausstieg. Erst in der nächsten Woche will der US-Präsident darüber entscheiden, kündigte er auf Twitter an.

Merkel erbost über Trumps Blockade-Haltung

Die G7-Partner nehmen Trump seine umweltfeindliche Haltung übel.

Am Samstag hieß es aus Diplomatenkreisen, dass die G7-Staaten ihre Differenzen zum Thema Klimapolitik nicht überbrücken konnten - wegen Trump. In der Abschlusserklärung werde deutlich gemacht, dass sich die USA im Gegensatz zu den sechs anderen Ländern nicht klar zum Pariser Klimaabkommen bekennen wollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Diskussionen zum Klimaschutz mit dem US-Präsidenten zum Abschluss des G7-Treffens als "sehr schwierig, um nicht zu sagen sehr unzufriedenstellend". Es stünden sechs Staaten und die Europäische Union gegen die USA. Die Vereinigten Staaten erwägen einen Ausstieg aus dem Abkommen, das zu einer Verringerung der Treibhausgase verpflichtet.

"Es gibt keinerlei Anzeichen bis jetzt, ob die Vereinigten Staaten von Amerika im Pariser Abkommen verbleiben werden oder nicht", erklärte Merkel. Die anderen sechs Staaten und die EU hätten aber "sehr deutlich gemacht", dass sie sich weiter zu den Zielen bekennen.

Da mit den USA aber kein Fortschritt erzielt worden sei, könne das wichtige internationale Abkommen von Paris "im Augenblick hier nicht einvernehmlich unterstützt werden."

Mehr zum Thema: 5 Dinge, die die Welt über Donald Trump während seiner Auslandreise gelernt hat

Einigung beim Kampf gegen Terror und Protektionismus

Immerhin, die G7 haben es trotz und mit Trump geschafft sich in Teilbereichen politisch zu einigen.

So etwa beim Kampf gegen den internationalen Terror. Die G7 kündigten an, ihre Anstrengungen in dieser Hinsicht zu verstärken - und das Vorgehen gegen Attentäter, deren Hintermänner und Unterstützer zu "verdoppeln". Donald Trump hatte im Vorfeld den Kampf gegen den Terror als wichtigstes Thema des Treffens bezeichnet.

Auch beim Thema Freihandel fand sich überraschend ein Konsens. Die Staats- und Regierungschefs rangen sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen am Samstag auf dem G7-Gipfel in Taormina auf Sizilien überraschend zu einer Formulierung zum Kampf gegen den Protektionismus durch.

Der von Trump angezettelte Handelsstreit der führenden westlichen Industriestaaten - den G7 - konnte so zunächst entschärft und ein schweres Zerwürfnis mit den USA abgewendet werden.

Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete diese Lösung als "vernünftig": "Wir werden gemeinsam unsere Märkte offen halten und gegen Protektionismus vorgehen, gleichzeitig aber auch dafür Sorge tragen, dass unfaire Handelspraktiken intensivst bekämpft werden."

Die Uneinigkeit der G7 bleibt bestehen

Nichtsdestotrotz: Donald Trump hat mit seiner "America First"-Doktrin dafür gesorgt, dass die G7 vor der Welt ein uneiniges Bild abgeben. Denn auch bei der Flüchtlingspolitik blockierte der US-Präsident konstruktive Lösungsvorschläge.

Aus diplomatischer Sicht ist diese Spaltung des Westens fatal - Länder wie Russland, das nach der Krim-Annektion im Jahr 2014 aus dem Staatenclub flog, könnten von diesem politischen Dissens profitieren.

Mit Material der dpa

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