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27/05/2017 15:16 CEST | Aktualisiert 27/05/2017 19:32 CEST

Wissenschaftler entdecken "sechsten Sinn" im menschlichen Gehirn

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Wissenschaftler haben den "sechsten Sinn" im menschlichen Gehirn entdeckt

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der visuelle Cortex, die Sehrinde, des menschlichen Gehirns eine versteckte Eigenschaft besitzt.

Die sogenannte Großhirnrinde des Gehirns verarbeitet nämlich nicht nur die von den Augen aufgenommenen Informationen, sondern sie kann noch etwas anderes: Die Zukunft vorhersehen.

Neurowissenschaftler der Radboud Universität fanden dies heraus, als sie visuelle Tests während eines Gehirnscans machten.

Das Gehirn lernt aus vorangegangenen Erlebnissen

Die Teilnehmer mussten mehrfach hintereinander einen weißen Punkt beobachten, der sich über einen Bildschirm bewegte. Während dies geschah, wurde der visuelle Cortex der Teilnehmer gescannt und beobachtet, was in deren Gehirn geschah.

Dann wurde den Teilnehmern erneut der weiße Punkt gezeigt, doch dieses Mal bewegte er sich nicht über den Bildschirm.

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Obwohl der Punkt sich nicht bewegte, konnten die Wissenschaftler die gleiche Hirnaktivität bei den Teilnehmern feststellen wie in den Versuchen, in denen der Punkt sich bewegte.

Einfach ausgedrückt: Das Gehirn hatte aus dem vorangegangenen Erlebnis gelernt und konnte vorhersehen, was als nächstes geschehen würde.

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Der “sechste Sinn” arbeitet unbewusst

Besonders interessant daran ist, dass dies ein unbewusster Mechanismus unseres Gehirns ist.

Um dies zu beweisen wurde ein weiterer Test mit den Teilnehmern gemacht: Sie sahen erneut den sich bewegenden Punkt, doch diesmal sollten sie sich auf einen Buchstaben konzentrieren, der sich langsam in dem Bildschirm über den Punkt bewegte.

Während die Teilnehmer sich auf den Buchstaben fokussierten, sagte das Gehirn immer noch die Bewegung des Punktes voraus. Das Gehirn reagierte somit unbewusst und automatisch.

Unser Gehirn sagt täglich die Zukunft voraus

“Unser visueller Cortex sagt auf einer täglichen Basis wahrscheinlich konstant voraus, was um uns herum geschehen wird. Ein Alltagsbeispiel könnten hier die sich bewegenden Arme einer Windmühle oder ein auf uns zu fliegender Ball sein,” erklärt der Wissenschaftler Matthias Ekman, der die Forschungsgruppe leitet.

Die Forscher wollen nun herausfinden, welche anderen Bereiche des Gehirns in den “sechsten Sinn” involviert sind.

Ekman sagt: “Wir vermuten, dass der Hippocampus - ein Bereich des Gehirns, der mit Erinnerungen verknüpft ist - eine wichtige Rolle in diesem Prozess spielt.”

Dieser Text erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Babette Habenstein aus dem Englischen übersetzt.

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(lm)

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