Ex-Busfahrer filmt heimlich Kollegen - und deckt deren widerliches Verhalten auf

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MANNHEIM STRAE
Ein Bus der Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe | LosHawlos/Wikimedia
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  • Ein ehemaliger Busfahrer hat in Mannheim heimlich Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe gefilmt
  • Sein Videomaterial zeigt erschreckend rassistisches Verhalten - auch von einem Missbrauch ist die Rede

Hetze gegen Ausländer und Hinweise auf sexuellen Missbrauch - ein ehemaliger Busfahrer der Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe (RNV) hat in Mannheim das schreckliche Verhalten seiner Kollegen aufgedeckt. Er filmte diese heimlich mit seiner Kamera und stellte das Video auf der Plattform Youtube online.

Von dem Fall berichtet der SWR. Demnach habe der Ex-Busfahrer laut seiner Anwältin heimlich Kollegen gefilmt, wie sie damit protzen Asylbewerber drangsaliert zu haben oder auch im Nazi-Jargon gegen Ausländer hetzten.

Die Polizei in Mannheim überprüfe diese Vorwürfe.

Ex-Busfahrer filmte Hitlergruß und Gespräch über Missbrauch

Die Rechtsanwältin sagte dem SWR, auf den Videoaufnahmen sei zu sehen und zur hören, wie ein Mann den Hitlergruß zeigt und wie ein RNV-Mitarbeiter Farbige als "Nigger" und "Gesindel" bezeichnet. Ein weiterer habe Migranten an einer Haltestelle einfach stehen lassen.

Außerdem soll in einem heimlich gefilmten Gespräch zwischen Mitarbeitern die Rede vom sexuellen Missbrauch einer psychisch kranken Frau sein.

Die RNV teilten in einer Pressemitteilung mit, dass bereits am 19. Mai 2016 ein Gespräch mit der Geschäftsführung und weiteren Unternehmensvertretern der RNV stattgefunden habe, in dem ein ehemaliger Mitarbeiter "mögliche Unregelmäßigkeiten von rnv-Mitarbeitern" angedeutet hatte.

Leider habe dieser ehemalige Mitarbeiter sein belastendes Material nicht zur Verfügung gestellt. Erst Ende April sei das Unternehmen auf das Youtube-Video mit dem Material aufmerksam gemacht worden. Es werde nun "mit hohem technischen und zeitlichen Aufwand" ausgewertet.

Der SWR sei sehr an einer Aufklärung der Vorfälle interessiert, heißt es in der Mitteilung weiter. "Wenn es solche Verfehlungen gegeben haben sollte, werden wir mit aller Härte dagegen vorgehen", zitiert der SWR den Technischen Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, Martin in der Beek, zu dem Fall.

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