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27/05/2017 16:48 CEST | Aktualisiert 27/05/2017 16:51 CEST

Vergewaltigte Camperin in Bonn: Polizei nahm den Notruf des Freundes nicht ernst

Dean Mouhtaropoulos via Getty Images
Patrick B.s Notruf wurde von der Polizei nicht ernstgenommen

  • Eine Camperin in Bonn wurde vergangenen April von einem Mann, der eine Machete bei sich führte, vergewaltigt

  • Die Polizei nahm den Hilferuf des Freundes der Frau nicht ernst und legte, nachdem sie die Streifenwagen alarmiert hatte, direkt auf

  • Der Student wählte zwei weitere Male den Notruf, um um Hilfe zu bitten

Die Auswertung der Notrufe, die ein Student aus Baden-Württemberg vergangenen April absetzte, werfen ein schlechtes Licht auf die Bonner Polizei.

Patrick B. (Name geändert) war zu dem Zeitpunkt mit seiner Freundin Dagmar W. (Name geändert) in der Siegaue zelten, als die Frau von einem Fremden angegriffen wurde.

Der Student, der sich in der Nähe des Zeltes befand, hörte das Wimmern seiner Freundin und sah, dass sie von einem Unbekannten vergewaltigt wurde.

Der Freund rief sofort den Notruf an. "Hallo, meine Freundin wird gerade vergewaltigt“, flüsterte der Anrufer. "Von einem Schwarzen.“ Die Polizistin hielt den Anruf jedoch für einen Scherz und reagierte gereizt.

Die Polizistin legte ohne weitere Anweisungen auf

Sie nahm den Mann nicht ernst und fragte auf die Auskunft hin, dass der Täter eine Machete habe, ob er sie "verarschen" wolle. "Nein, nein", antwortete der Student. "Der Mann hat wirklich eine riesige Machete."

Er gestand der Beamtin, dass er Todesangst habe und nicht wisse, war er tun solle. Die Polizistin schickte drei Streifenwagen und hängte schnell mit einem "Danke, tschö" ein.

Völlig verunsichert rief der junge Mann erneut den Notruf an. Er wisse nicht, wie er sich verhalten solle. Sollte er eingreifen und sich selbst in Gefahr bringen oder abseits warten, bis die Polizei kommt?

Auch beim dritten Anruf wurde dem Paar nur unzureichend geholfen

Nachdem der Angreifer von der Frau abließ, flüchtete das Paar so schnell es konnte in Richtung einer nahegelegenen Straße.

Dort angekommen rief der Mann nochmals die Polizei, um erneut um Unterstützung zu bitten und anzugeben, wo sie sich jetzt befanden.

Der Beamtin am Telefon sagte er, dass er schon zweimal angerufen habe. "Es geht darum, dass meine Freundin vergewaltigt wurde“, sagte er.

Auch dieses Mal wurde ihm nur unzureichend geholfen: Die Polizistin verwies ihn auf die lokale Polizeiwache.

Nach ungefähr zwanzig Minuten erreichten die Streifenwagen das verängstigte Paar. Schließlich schilderte die junge Frau der Polizei die Vergewaltigung.

Der Täter wurde nach sechs Tagen gefasst

Die Vorkommnisse des vergangenen Aprils waren kein Hirngespinst von Patrick B. Nach sechs Tagen fasste die Polizei den mutmaßlichen Täter.

Es handelt sich um Eric Kwame X., einen abgelehnten Asylbewerber aus Ghana. Seit dem 17. März hätte Eric X. abgeschoben werden können. Nichts dergleichen geschah.

Der Sohn eines Plantagenbesitzers aus Takorida ist mittlerweile wegen Vergewaltigung und räuberischer Erpressung in besonders schwerem Fall angeklagt.

Trotz der erdrückenden Beweislage bestreitet Eric X. die Vorwürfe. Zur Tatzeit will der 31-Jährige demnach in seiner Unterkunft Joints geraucht haben. Die Machete stellte sich schließlich als Astsäge heraus, die man bei dem Verdächtigen fand.

Von den kuriosen Telefongesprächen und dem Versagen der Polizei fehlt in der Anklageschrift jede Spur.

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(lm)

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