SPD-Mann Scholz geht bei "Lanz" auf Konfrontationskurs mit Martin Schulz

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHOLZ
SPD-Mann Scholz scheut bei "Lanz" nicht die Konfrontation mit Martin Schulz | ZDF Screenshot
Drucken

In der Talkshow von Markus Lanz äußerte sich der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz zu den Fehlern seiner Partei. Der Hamburger machte unmissverständlich klar: Die SPD sollte sich von einer Koalition mit den Linken auf Bundesebene distanzieren.

Noch vor wenigen Monaten galt er als einer der Top-Anwärter auf die Spitzenkandidatur bei der SPD. Doch am Ende wurde es sein Fast-Namensvetter Martin Schulz. Und der steckt nun in einer politischen Krise.

Gefragt nach einem rot-roten Bündnis sagte Scholz jetzt: "Ich wüsste nicht, wie das funktionieren sollte.“ Es gehe immerhin um die Zukunft des größten Landes mitten in der EU.

Scholz über Merkel: "Wir kommen gut miteinander aus"

"Deshalb muss dieses Land von einer verantwortlichen Regierung geführt werden“, so Scholz. Wer regieren wolle, müsste sich zur Nato und zur Europäischen Union bekennen.

Lanz wollte es noch einmal genauer wissen: "Rot-rot wird es mit ihnen nicht geben?“ Scholz blockte ab: "Ich bin nicht der Spitzenkandidat.“ Aber Aussagen wie von der Linken-Chefin Sahra Wagenknecht "klingen wie von der AfD und sind unverantwortlich“, befand er.

Scholz positionierte sich so deutlich klarer, als es Martin Schulz in der Vergangenheit getan hatte. "Ich bin übrigens auch der Meinung, dass politische Parteien ihre innerparteilichen Konflikte, wenn sie regieren wollen, vorher regeln müssen und nicht hinterher“, sagte er in Richtung der Linken.

Die Aussage träfe aber wohl auch für seine eigene Partei zu. Denn in der SPD kokettieren immer noch einige mit einem Bündnis mit den Linken.

"Am Ende geht es darum, was gut für den Bürger ist"

Dahinter steckt wohl in erster Linie strategisches Kalkül. Denn die Umfragewerte der SPD zeigen, dass es ohne die Linken wohl kaum für ein Bündnis außerhalb der Großen Koalition reichen wird.

► Martin Schulz sagte so zuletzt: "Wer nach der Bundestagswahl meint, auf der Grundlage unseres Wahlprogramms mit uns zusammenarbeiten zu können, der soll auf uns zukommen."

Scholz scheint das zu stören. Ein erneutes Bündnis mit der CDU sieht er als wahrscheinlichere und bessere Option.

Nach CDU-Chefin Angela Merkel gefragt, sagte der SPD-Mann: "Wir kommen gut miteinander aus.“

Niemand würde eine Große Koalition anstreben. Am Ende würde es aber nicht darum gehen, was gut für die SPD sei, sondern was gut für den Bürger sei, sagte Scholz. Was folgte, war wohl der längste Applaus des Abends.

Auch auf HuffPost:

So deutlich wie Martin Schulz hat noch kein deutscher Spitzenpolitiker Erdogan kritisiert

(bp)

Korrektur anregen