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26/05/2017 13:41 CEST

Wahlen in Großbritannien: Der Vorsprung von Premierministerin May schmilzt

Toby Melville / Reuters
Wahlen in Großbritannien: Der Vorsprung von Premierministerin May schmilzt

  • Die Partei der britischen Premierministerin May führt laut Umfragen nur noch fünf Prozentpunkte vor der Labour-Partei

  • Vor einem Monat lag ihr Vorsprung noch bei über 20 Prozentpunkten

  • May hatte für Juni Neuwahlen ansetzen lassen - um eine größere Mehrheit im Parlament zu erzielen

Nur noch fünf Prozentpunkte trennen die Partei der britischen Premierministerin Theresa May von ihren Konkurrenten der Labour-Partei. Seit Beginn des Wahlkampfes ist ihr Vorsprung mehr oder weniger zerschmolzen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der britischen Tageszeitung “The Times” sieht Labour bei 38 Prozent der Stimmen bei der Neuwahl am 8. Juni. Das sind drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.

Die Konservativen von Premierministerin May verlieren dagegen einen Prozentpunkt und erreichen 43 Prozent.

Ein dramatisches Ergebnis. Noch vor einem Monat führten die Tories mit 23 Prozentpunkten in einer Yougov-Umfrage.

May hatte auf ein starkes Mandat gehofft

Es ist der knappste Vorsprung der Konservativen, seit May nach dem Rücktritt ihres Vorgängers David Cameron nach dem Brexit-Referendum Premierministerin wurde. Labour dagegen erreicht den höchsten Umfragewert, seit der umstrittene Jeremy Corbyn im September 2015 den Parteivorsitz übernahm.

Laut Berechnungen der “Times” kämen die Konservativen derzeit noch auf eine knappe Mehrheit von zwei Sitzen im Parlament. Im Moment hält die Regierungspartei noch eine Mehrheit von 17 Sitzen.

May hatte Mitte April Neuwahlen ausgerufen, weil sie auf ein stärkeres Mandat hoffte. Dieses sollte ihre Position in den Brexit-Verhandlungen stärken - denn eine große Mehrheit der Briten stünde dann hinter ihrem harten Brexit-Kurs. Die damaligen Umfrageergebnisse prognostizierten einen positiven Wahlausgang im Sinne Mays.

Nun ist der Vorsprung allerdings dahin. Der Plan der Premierministerin geht offenbar nicht auf.

May hat eine dramatische Kehrwende angekündigt

Bereits vor dem Anschlag in Manchester brachen die Umfragewerte von May ein. Sie hatte eine dramatische Kehrtwende in der Sozialpolitik angekündigt.

Die Presse änderte Mays Slogan von “Stark und Stabil” in “Schwach und Schwabbelig”, nachdem sechs Umfragen in zwei Tagen zeigten, dass die Konservativen an Boden verloren.

Beobachter hatten vermutet, dass die Premierministerin vom Terroranschlag in Manchester in den Umfragen profitieren könnte. Als kompetente Führungspersönlichkeit würden die Briten ihr mehr Vertrauen in einer Zeit der Unsicherheit schenken als dem Oppositionspolitiker Corbyn, kommentierte etwa die “Wirtschaftswoche”.

Offenbar eine falsche Einschätzung. Dabei gilt Corbyn sogar bei manchen Parteikollegen als schwache Führungskraft. Am Freitag kehrte der Labour-Kandidat in den Wahlkampf zurück. In einer Rede gab er der US-Außenpolitik und den Kriegen Großbritanniens im Nahen Osten die Schuld am Terrorismus.

Das könnte den Konservativen jetzt als Vorlage für eine Attacke gegen Labour dienen,

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Leonhard Landes übersetzt und ergänzt.

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(jg)

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