AfD-Spitzenkandidat Gauland: "Schäuble hat den Bezug zur Realität verloren"

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ALEXANDER GAULAND
AfD-Spitzenkandidat Gauland: "Schäuble scheint jeden Bezug zur gesellschaftlichen Realität verloren zu haben" | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • AfD-Vize Gauland hat eine Äußerung von Finanzminister Schäuble zum Islam scharf kritisiert
  • Schäuble scheine jeden Bezug zur gesellschaftlichen Realität verloren zu haben
  • Der Finanzminister hatte in einem Interview die muslimische Zuwanderung eine Chance für Deutschland genannt

AfD-Vizechef Alexander Gauland hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wegen Äußerungen zum Islam und zur Zuwanderung scharf attackiert. "Wolfgang Schäuble scheint jeglichen Bezug zur gesellschaftlichen Realität verloren zu haben", ließ er über eine Pressemitteilung seiner Partei mitteilen.

Schäuble hatte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Dienstag optimistisch über die wachsende Anzahl von Muslimen in Deutschland geäußert. Er sehe die Zuwanderung als Chance.

"Christen und auch alle anderen Menschen in der Bundesrepublik können von ihnen (den Muslimen, Anm. d. Red.) lernen. Im Islam werden viele menschliche Werte wie Gastfreundschaft und Toleranz sehr stark verwirklicht", sagte Schäuble.

Gauland nannte die Äußerungen zynisch angesichts der Anschläge von Manchester und dem Breitscheidplatz in Berlin. Bei beiden Attentaten hatten islamistische Täter mehrere Menschen getötet. Schäuble hatte im Interview klargestellt, dass der Gewalt ein falsches Verständnis von Religion zu Grunde liege.

Gauland: "Der Islam gehört mitnichten zu Deutschland"

Mit Anspielung auf eine viel beachtete Aussage des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) sagte Gauland weiter: "Der Islam gehört mitnichten zu Deutschland. Die muslimische illegale Zuwanderung stellt ein großes Risiko für unsere Gesellschaft dar." Dazu zähle eine erhöhte Terrorgefahr sowie die Kosten für die Integration.

Gauland forderte in der Pressemitteilung: "Wir wollen in Deutschland weiterhin unsere Freiheit leben: Schweineschnitzel und Wein genießen und unsere Frauen nicht durch Kopftücher oder Burkas unterdrücken, wie es die Scharia vorsieht."

Bisher hätte die muslimische Zuwanderung kaum Positives hervorgebracht. Die Menschen seien schlecht ausgebildet und kaum zu integrieren, behauptete der Rechtspopulist.

Gaulands erwartbare Reaktion

Natürlich ist Integration eine große Herausforderung. Das pauschale Urteil von Gauland stimmt in dieser Weise jedoch nicht. Zwar klafft der Bildungsstand bei Flüchtlingen weit auseinander, gerade Syrer und Iraner sind laut einer Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aber gut ausgebildet.

Ungefähr 27 Prozent der Syrer geben an, eine Hochschule besucht zu haben, bei den Iranern sind es sogar 35 Prozent.

Aber natürlich musste eine zuwanderungsfreundliche Aussage wie die von Schäuble eine Kritik von Rechts provozieren.

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(lp)

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