"Viele Staaten schulden der Nato enorme Mengen Geld": Trump fordert wieder Millionen

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DONALD TRUMP
"Viele Staaten schulden der Nato enorme Mengen Geld": Trump fordert wieder Millionen | EMMANUEL DUNAND via Getty Images
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  • US-Präsident Donald Trump hat in Brüssel seine Forderung bekräftigt, die Nato-Mitgliedsstaaten müssten sich stärker finanziell am Verteidigungsbündnis beteiligen
  • Viele Staaten würden der Nato Geld schulden, sagte Trump

US-Präsident Donald Trump hat seine Haltung zum Verteidigungsbündnis Nato gewechselt. Überflüssig findet er die Nato nicht mehr. Für unfair hält er sie aber immer noch.

In Brüssel hielt Trump am Donnerstag eine Rede zur Eröffnung des neuen Nato-Hauptquartiers. “Ich habe nicht gefragt, was es kostet”, scherzte er.

Über die Kosten der Nato wollte er allerdings reden. Denn viele Verbündete kämen ihren finanziellen Pflichten nicht nach, sagte Trump vor Vertretern der Mitgliedsstaaten.

Trump spricht von Schulden

"Viele dieser Nationen schulden enorme Mengen Geld aus den vergangenen Jahren”, sagte Trump. 23 von 28 Staaten würden nicht zahlen, was sie zahlen sollten. Dies sei nicht fair gegenüber dem amerikanischen Steuerzahler.

Bereits in der Vergangenheit hatte Trump die Nato-Mitgliedsstaaten mit der Forderung brüskiert, manche Länder würden dem Bündnis Geld schulden. Eine offizielle Forderung an die Staaten nach fehlenden Millionen gibt es schließlich nicht.

Alle Staaten haben sich auf das Zwei-Prozent-Ziel verpflichtet. Zwei Prozent ihres Bruttosozialprodukts wollen sie bis spätestens 2024 für Rüstung und Militär ausgeben.

Noch ist Deutschland zum Beispiel weit von diesem Ziel entfernt. Doch Trump stellt sich offenbar eine viel höhere Beteiligung vor, als vielen Mitgliedsstaaten vorschwebt. Selbst die Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels sei nicht genug, sagte Trump.

Die Nato soll gegen den Terror kämpfen

Es ist der erste Nato-Gipfel mit dem US-Präsidenten. Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich die Nato stärker im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) engagieren wird.

Auch Trump rief mit scharfen Worten zum gemeinsamen Kampf gegen den Terror auf. “Wir müssen hart sein, wir müssen stark sein, wir müssen wachsam sein”, sagte er. Terror bedrohe die ganze Menschheit.

“Die Nato der Zukunft muss sich sehr stark auf Terrorismus und auf Zuwanderung konzentrieren, sowie auf die Bedrohung durch Russland an den Ost- und Südgrenzen der Nato”, sagte der US-Präsident weiter.

Seine Reise in die arabische Welt habe ihm wieder Hoffnung gegeben, dass sich Nationen verschiedenen Glaubens vereinen können, um den Terrorismus zu besiegen.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) erteilte im Vorfeld einer aktiven Beteiligung der Nato in Kampfhandlungen eine Absage. Das sei nicht die Aufgabe des Verteidigungsbündnisses, machte Gabriel im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur deutlich.

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