Jared Kushner ist im Fokus der Russland-Ermittlungen

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KUSHNER
Kushner ist ein wichtiger Berater von Donald Trump. | MANDEL NGAN via Getty Images
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  • Das FBI untersucht laut Medienberichten die Kontakte von Jared Kushner zu Russland
  • Kushner ist Schwiegersohn und zugleich enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump
  • Er wird nicht verdächtigt, gilt aber als "person of interest" mit für die Ermittlungen wichtigen Informationen

Die US-amerikanische Untersuchungsbehörde FBI ermittelt derzeit, ob sich Jared Kushner mit Russland abgesprochen hat. Die Behörde würde Berichte über Treffen von Kushner genauer überprüfen. Das berichtet die Zeitung "Washington Post", die in den vergangenen Wochen immer wieder Enthüllungen aus dem Weißen Haus publik machte.

Kushner ist der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump sowie ein wichtiger Berater des US-Präsidenten. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf anonyme Quellen.

Er soll wegen des Ausmaßes seiner Kontakte zu Russland in den Fokus der Ermittler gerückt sein, schreibt die Zeitung. Die Ermittler gingen davon aus, dass Kushner relevante Informationen habe.

Kushner traf sich letzten Dezember mit dem russischen Botschafter Sergey Kislyak sowie mit dem Bankier Sergey Gorkov.

Dieser leitet die Vnesheconombank. Nach der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland erließen die USA Sanktionen gegen das Institut. Sie soll Separatisten in der Ostukraine unterstützt haben, schreibt die "Washington Post".

Interesse an wichtigem Mitarbeiter Trumps

Bereits letzte Woche berichtete die "Washington Post", die Untersuchungsbehörden hätten einen wichtigen Mitarbeiter des Weißen Hauses in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Bereits damals wurde spekuliert, dass es Kushner sei.

Doch Kushner sei weder ein Hauptziel (engl. "Target") der Ermittler noch stehe er im Mittelpunkt der Untersuchungen, schreibt die Zeitung. Ein "Target" wäre er nur, so die Zeitung, wenn er der Hauptverdächtige der Untersuchungen wäre. Vorerst sei das FBI an ihm interessiert, da er für die Untersuchungen wichtige Informationen oder Dokumente besitzen könnte.

Trotzdem sei es für die Behörden möglich, auch gegen jemanden Anklage zu erheben, der nicht ein solches "Target" ist.

FBI will nicht kommentieren

Sarah Isgur Flores, eine Sprecherin des US-Justizministeriums, sagte zur "Washington Post": Ich kann weder bestätigen noch dementieren, ob Untersuchungen durchgeführt werden und gegen wen sich diese richten würden." Das FBI lehnte es vorerst ab, einen Kommentar zu geben.

Die Ermittler sollen klären, ob es 2016 vor der US-Wahl Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam gegeben hat. Nach geheimdienstlichen Erkenntnissen versuchte Moskau aktiv, die Präsidentenwahl zu Trumps Gunsten zu beeinflussen.

Haben sich die Trump-Leute mit Moskau abgesprochen?

In der FBI-Untersuchung und Ermittlungen von Kongressausschüssen geht es hauptsächlich um die Frage, ob es Absprachen zwischen Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab.

Das Justizministerium setzte vergangene Woche einen Sonderermittler ein, der die FBI-Untersuchungen leiten soll. Zudem will sich der von Trump entlassene FBI-Chef James Comey demnächst öffentlich äußern.

Trump hatte Comey am 9. Mai gefeuert. Deswegen sieht er sich Vorwürfen ausgesetzt, er habe die Russland-Ermittlungen des FBI untergraben wollen.

Der Republikaner hatte zunächst verschiedene Gründe für die Entlassung angegeben, sagte dann aber später in einem Interview, er habe dabei "dieses Russland-Ding" mit im Kopf gehabt.

Mit Material der dpa

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