Merkel wird wegen ihrer Flüchtlingspolitik ausgebuht - doch Obama verteidigt sie

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MERKEL OBAMA
Als Merkel beim Kirchentag ausgebuht wird, tritt Obama für sie ein | Fabrizio Bensch / Reuters
Drucken
  • Kanzlerin Merkel und Ex-US-Präsident Obama erhielten bei ihrer Diskussionsrunde auf dem Kirchentag in Berlin viel Zustimmung
  • Doch als Merkel ihren restriktiven Asylkurs verteidigte, wurde sie vom Publikum ausgebuht - nur Obama sprang ihr bei

Für eine Aussage beim Kirchentag hat Kanzlerin Angela Merkel Buhrufe geerntet: Bei ihrer Diskussion mit Ex-US-Präsident Barack Obama verteidigte sie ihren zuletzt restriktiveren Kurs in der Asylpolitik. Das Publikum reagierte verärgert.

Merkel wies zugleich auf das "Dilemma" der Kluft zwischen christlichem Mitgefühl und Realpolitik hin. Angesichts vieler Flüchtlinge ohne Bleiberecht in Deutschland gelte es, schnell Asyl-Entscheidungen zu treffen und solche Migranten gar nicht erst in Gemeinden und zu den ehrenamtlichen Helfern zu schicken.

"Ich weiß, dass ich mich damit nicht beliebt mache", gab die CDU-Politikerin zu.

"Das ist nicht immer einfach"

Doch Obama, der mit ihr auf dem Podium saß, pflichtete Merkel bei: Als Staats- oder Regierungschef gelte es zwar, "Barmherzigkeit" gegenüber Flüchtlingen zu zeigen, aber es gebe auch eine Verpflichtung gegenüber der eigenen Bevölkerung.

"Das ist nicht immer einfach", sagte er.

Beide waren sich auch einig, dass es in der Flüchtlingspolitik vor allem wichtig sei, Hilfe vor Ort in den Fluchtländern zu leisten und "Menschenhändlern" das Handwerk zu legen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jp<br />
g

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..


(ks)