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25/05/2017 22:52 CEST

Barack Obama beim Kirchentag: Wie gläubig ist der Ex-Präsident?

Dennis Van Tine/starmaxinc.com/ImageCollect
Barack Obama ist wieder in Deutschland

Für Berlin ist es mal wieder ein Höhepunkt: Barack Obama (55) kommt in die deutsche Hauptstadt. An diesem Donnerstag (25. Mai) wird er auf dem Evangelischen Kirchentag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (62) über christliches Engagement in der Politik diskutieren. Barack Obama? Ist er überhaupt Christ? Und an was glaubt er?

Muslim, Voodoo-Zauberer, Ungläubiger?

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Er ist das Lieblingsobjekt zahlreicher Verschwörungstheoretiker. Obama sei Muslim. Oder Voodoo-Zauberer. Überhaupt ein Ungläubiger. Alle diese Spekulationen haben mit ungebremstem Rassismus und fanatischer Intoleranz zu tun. In Wahrheit ist Barack Obama seit über 30 Jahren bekennender Christ. Die Vorurteile über ihn wurzeln in seiner Kindheit.

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Er ist der Sohn einer weißen Amerikanerin aus dem US-Bundesstaat Kansas und eines schwarzen Afrikaners aus Kenia. Seine Eltern lernten sich während des Studiums an der Universität von Hawaii kennen, dort heirateten sie 1961. Im gleichen Jahr wurde Barack geboren. Er erhielt die Vornamen seines Vaters: Barack Hussein.

In der Tat war Barack Hussein Obama Senior zunächst Muslim, doch er trat bereits als Kind zur anglikanischen Kirche über und bezeichnete sich später als Atheist. Auch die Mutter von Obama jun. war nicht sonderlich gläubig im christlichen Sinn. Sie interessierte sich mehr für Anthroposophie und asiatische Religionen. Nach der Scheidung von Obama sen. und der zweiten Heirat mit einem indonesischen Ölmanager zog die Familie nach Jakarta. Indonesien ist weltweit der Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung.

"Meines Bruders und meiner Schwester Hüter"

Barack Obama ging in Jakarta erst auf eine katholische, dann auf eine muslimische Schule. Wegen dieser Familiengeschichte und weil er mit zweitem Vornamen Hussein heißt, "streuten seine politischen Gegner das Gerücht, er sei ein Muslim. Noch am Ende seiner Präsidentschaft dachte das jeder fünfte Amerikaner", schreibt "zeit.de".

Dabei war es die katholische Kirche, die ihm den ersten bezahlten Job verschafft und ihn 1985 in Chicago als Sozialarbeiter angestellt hatte. Als junger Mann habe er sich von den Lehren Jesu Christi angesprochen gefühlt, sagte Obama später. Er wollte "meines Bruders und meiner Schwester Hüter" sein.

"Christlicher Realismus"

Als Student begeisterte sich Obama für die Schriften des protestantischen Theologen Reinhold Niebuhr (1892-1971) und seinen "christlichen Realismus": Niemand, auch keine Religion und Nation, dürfe sich über andere erheben. Das wurde zu Obamas Credo.

Als junger Erwachsener schloss er sich der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Chicago an. Der damalige Hauptpastor Jeremiah Wright (75), ein religiöser Feuerkopf, hatte ihn beeindruckt. Wright traute 1992 auch ihn und seine Frau Michelle (53) und taufte später die beiden Töchter Malia Ann (18) und Natasha "Sasha" (15).

2008 trennte sich Obama von der Glaubensgemeinde, das Wort des streitbaren Wrights - "Gott verdamme Amerika" - war auf seinem Weg zur US-Präsidentschaft eine zu große Belastung geworden. Seitdem gehört Obama keiner Kirchengemeinde mehr an, obwohl viele in Washington um ihn buhlten.

Der Glaube als Fundament

"Barack Obama ist ein Mann, der seine religiösen Überzeugungen nicht auf der Zunge trägt oder sonst irgendwie nach außen zeigt. Die gesamte First Family der USA geht eher selten in die Kirche, und so gut wie nie äußert sich der Präsident zu seiner Beziehung zum christlichen Glauben", so beschrieb die "Welt" den Christen Obama. Aber weit entfernt vom Rampenlicht, im stillen Kämmerlein, pflege er eine Spiritualität und schöpfe aus ihr in turbulenten Zeiten Kraft. Sie habe ihm mehr als einmal als Fundament gedient, als die Herausforderungen des Regierens nur schwer zu bewältigen waren, heißt es.

Als Präsident las Barack Obama jeden Morgen, noch bevor die meisten Mitarbeiter im Weißen Haus eintrafen, einen religiösen Text von seinem spirituellen Berater Joshua DuBois. Es war eine Art stille Andacht für ihn ganz allein. Und an seinem Geburtstag, dem 4. August, wurde eine Telefonkonferenz mit einer Gruppe von Geistlichen abgehalten, die für ihn beteten. "Ich habe den Glauben des Präsidenten in dessen Amtszeit gewiss wachsen sehen", sagte DuBois einst.

"Ich suche oft Rat in der Bibel"

Obama selbst spricht, wenn überhaupt, nur allgemein über sein spirituelles Leben. "Manchmal greife ich zu biblischen Schriften, um zu entscheiden, wie ich am besten mein Leben als Präsident und das als Ehemann und Vater ausbalancieren kann", sagte Obama 2013 beim traditionellen Nationalen Gebetsfrühstück im Weißen Haus. "Ich suche oft Rat in der Bibel, um herauszufinden, wie ich ein besserer Mensch und wie ich ein besserer Präsident sein kann."

"Dieses Amt lässt einen Menschen mehr beten", erklärte er in einem Interview mit dem Magazin "Cathedral Age". "Und wie Präsident Lincoln einst sagte: Ich bin oft durch meine überwältigende Überzeugung auf die Knie gebracht worden, dass es keinen anderen Ort gab, zu dem ich hätte gehen können."

Dankgebet vor dem Abendessen

Mit seinem intellektuellen Habitus und seiner sonoren Stimme könnte er selbst ein charismatischer Prediger sein, aber er betet am liebsten im Stillen, unbeobachtet. Zum festen Familienritual gehört ein Dankgebet vor dem Abendessen.

Andererseits sei Obama auch ein Zweifler, der an jeder religiösen Institution Gutes wie Schlechtes sehe, urteilt die "Zeit". Er bevorzuge die Ökumene, die Glaubensvielfalt. Im christlichen Glauben sehe er in erster Linie das Gebot, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Deshalb zitiere er immer wieder das Matthäusevangelium, in dem es heißt: "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."

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