So soll Russland antiwestliche Bewegungen in Osteuropa mitfinanzieren

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JOBBIK
Ein Mitglied der ungarischen "Jobbik" verbrennt eine EU-Fahne. | Bernadett Szabo / Reuters
Drucken
  • Über einen Mittelsmann soll Russland Geld an antiwestliche Gruppen in Osteuropa zahlen
  • Unter den mutmaßlichen Empfängern sind auch bekannte Rechtsextreme aus Ungarn
  • Ein von der EU mit Sanktionen belegter Russe soll 100.000 Euro bezahlt haben

Russische Geldgeber sollen seit Jahren antiwestliche Proteste in Osteuropa finanzieren. Ihr mutmaßlicher Mittelsmann für die Überweisungen: Der weißrussische Geschäftsmann Alexander Usowskij.

Über ihn seien Zehntausende Euro an nationalistische Parteien und NATO-kritische Bewegungen in Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn geflossen, berichtet das ZDF-Magazins "Frontal 21".

Die Empfänger der Zahlungen sind bekannte rechtspopulistische Parteien im Osten. So habe etwa die "Ungarische Garde" für Anti-NATO-Kundgebungen 3000 Euro erhalten. Mitglieder der "Garde" treten immer wieder in Uniform in Erscheinung und gelten bei Kritikern als rechtsextrem.

Auch eine andere ungarische Gruppe, die rechtsextreme Partei "Jobbik" habe von Usowskij Geld bekommen, berichtet "Frontal 21".

Geld für die pro-russischen Seperatisten

In Polen soll der Weißrusse nationalistische Parteien finanziell unterstützt haben. Pro-russische Aktivisten in Tschechien und der Slowakei hätten ebenfalls mehrere Tausend Euro erhalten.

Im Interview mit "Frontal 21" bestätigte Usowskij, Gelder ausbezahlt zu haben. Doch er beteuert: "Die politische Orientierung ist mir nicht wichtig. In Polen arbeite ich mit den Rechten, in der Slowakei mit den Linken, in Tschechien mit den Linken, in Ungarn mit den Rechten."

Kreml-nahe Geschäftsmänner im Fokus

Der Weißrusse habe laut "Frontal 21" im Auftrag von russischen Geschäftsmännern mit Nähe zum Kreml gehandelt. Ein Hauptgeldgeber ist offenbar ein russischer Geschäftsmann mit persönlichem Zugang zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Milliardär Konstantin Malofejew.

E-Mails würden belegen, dass Malofejew dem Weißrussen ganze 100.000 Euro überwiesen habe. Die Europäische Union verhängte 2014 gegen Malofejew Sanktionen und belegte den Russen mit einem Einreisestopp.

Der Weißrusse lobt den russischen Geschäftsmann

Im Interview mit "Frontal 21" lobt Usowskij den russischen Oligarchen: "Dankeschön an Herrn Malofejew, der uns das Geld gegeben und damit etwas Gutes getan hat."

Kritiker des russischen Präsidenten Vladimir Putin sagen, dieser versuche seit Jahren, den Osten Europas zu destabilisieren. So wolle Russland die eigene Machtsphäre gegen Westen ausweiten.

Russland versuche etwa, russische Minderheiten gegen die eigene Regierung, etwa in der Ukraine, aufzuwiegeln. Um sich dann als Beschützer dieser Minderheiten gegen Unterdrückung aufzuspielen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Korrektur anregen