Wahlprüfung in NRW abgeschlossen: AfD erhielt über 2200 Stimmen zu wenig

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PRETZELL
Wahlprüfung in NRW abgeschlossen: AfD erhielt über 2200 Stimmen zu wenig | MARIUS BECKER via Getty Images
Drucken
  • Die Wahlleitung bestätigt eine Falschauszählung bei der NRW-Wahl
  • In über 80 Stimmbezirken wurden demnach Fehler gemacht
  • Offenbar wurde vor allem die AfD benachteiligt

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist falsch ausgezählt worden. Das bestätigte Landeswahlleiter Wolfgang Schellen am Mittwoch.

Schellen hatte die Wahlleiter der 15 000 Stimmbezirke aufgefordert, eine Neuauszählung zu veranlassen. Das Ergebnis der Prüfung zeigt, dass in 80 Stimmbezirken tatsächlich nicht sorgfältig gearbeitet wurde.

Ungewöhnlich sei das nicht, sagte Schellen und mahnte dazu, die Fehlauszählung im Verhältnis zu betrachten. Denn am Wahlergebnis wird auch die Korrektur der Stimmenzahl nichts ändern.

Grundsätzlich sei jedoch jeder Fehler zu vermeiden.

Von den Unregelmäßigkeiten am stärksten betroffen war die AfD. In 50 der fehlerhaften Stimmbezirke wurde zu ihrem Nachteil ausgezählt. "Einige Fehler erwecken den Eindruck, nicht ausnahmslos zufällig geschehen zu sein", sagte der stellvertretende Wahlleiter Markus Tiedtke im Ausschuss.

Das heißt: Offenbar wurden die Rechtspopulisten in mehreren Wahllokalen bewusst benachteiligt.

Mehr zum Thema: Rechte Politiker hetzen nach Manchester-Anschlag

Durch die Korrektur kommt die AfD auf 2204 zusätzliche Stimmen. Für einen weiteren Sitz im Landesparlament hätte die AfD weitere 9800 Stimmen benötigt.

Die Polizei ermittelt nun, ob es sich tatsächlich um eine bewusste Manipulation des Wahlgangs handelt.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jp<br />
g

(lp)

Korrektur anregen