Donna Leons neues Buch: Deshalb lohnt sich Commissario Brunettis 26. Fall

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So kennt man ihn aus den Verfilmungen im Ersten: Commissario Brunetti (Uwe Kockisch, r.) und sein Assistent Sergente Vianello (Karl Fischer) -

Es ist wieder Brunetti-Zeit: Sein sechsundzwanzigster Fall, "Stille Wasser" (Diogenes), fängt für Donna Leons Commissario allerdings alles andere als erfreulich an: Er vernimmt mit einem jungen Kollegen einen arroganten Sprössling aus reicher Familie. Der wird verdächtigt, einer jungen Frau auf einer Party Pillen verabreicht zu haben, an denen sie später gestorben ist. Als Brunettis Kollege kurz davor ist, dem Mann an die Gurgel zu gehen, täuscht der Commissario einen Schwächeanfall vor, um den jungen Polizisten vor sich selbst zu schützen. Mit weitreichenden Folgen.

Denn auch wenn der Herzanfall nur gespielt war, Brunetti landet im Krankenhaus. Dabei wird ihm und der behandelnden Ärztin klar, dass der Commissario dringend Abstand braucht von seiner Arbeit und seiner Umgebung. Seine Frau Paola schickt ihn auf eine Insel in der Lagune von Venedig, wo ihre Familie eine Villa besitzt. Und tatsächlich scheint er hier aufzublühen:

"Stille Wasser: Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall" von Donna Leon gibt es hier

Er trifft auf Davide Casati, der mit seiner Tochter die Villa verwaltet. Mit Casati, einem alten Freund seines Vaters, geht Brunetti jeden Tag rudern. Schnell wird aber auch klar, dass Casati etwas belastet - und als der alte Mann in einem Gewittersturm verschwindet, kehrt Brunetti zurück in die Rolle des Polizisten.

Ist sein Freund ertrunken, hat er sich das Leben genommen oder wurde er ermordet? Was steckt hinter dem Bienensterben in der Lagune, über das Casati geforscht hat - zusammen mit einer Spezialistin für Bodenproben? Brunetti will der Wahrheit auf den Grund gehen...

Lohnt sich das Buch?

26 Fälle und kein bisschen uncharmanter. Donna Leons Commissario Brunetti verliert nichts von seinem Reiz. Auch wenn seine Familie dieses Mal sehr im Hintergrund bleibt, ist klar: Brunetti braucht keine zerrütteten Verhältnisse, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der gespielte Schwächeanfall zu Beginn mag zunächst etwas konstruiert erscheinen, dafür werden die Leser aber mit einem Brunetti in Turnschuhen und Baseballcap belohnt, der außerhalb Venedigs an seine Grenzen kommt. Liebhaber von ruhigeren Krimis und Brunetti-Fans werden von "Stille Wasser" und den neuen Seiten des Commissarios nicht enttäuscht sein.

Wer Brunetti auch im TV nicht verpassen will, kann Uwe Kockisch beispielsweise am 10. Juni in einem älteren Fall, "Acqua Alta", um 21:45 Uhr im Ersten sehen. Der nächste neue Brunetti-Krimi, "Donna Leon - Endlich mein", wird voraussichtlich 2018 ausgestrahlt.

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