"Da sagen wir eben 'Auf Wiedersehen'": Erdogan spottet über möglichen Bundeswehr-Abzug

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"Da sagen wir eben 'Auf Wiedersehen'": Erdogan spottet über möglichen Bundeswehr-Abzug | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Der türkische Präsident Erdogan spottet über einen möglichen Abzug der Bundeswehr vom Nato-Stützpunkt Incirlik
  • Für ihn sei ein Abzug kein großes Problem

Die Spannungen zwischen Berlin und Ankara werden wieder größer. Doch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gibt sich gelassen.

Über einen möglichen Abzug der deutschen Soldaten von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik spottet er nur.

Zwar habe die türkische Regierung keine Mitteilung über einen etwaigen Abzug der Bundeswehr-Soldaten bekommen, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara vor seiner Abreise zum Nato-Gipfel in Brüssel.

Er fügte hinzu: "Wenn sie so etwas aber machen sollten, ist das für uns kein großes Problem. Wenn sie gehen, dann sagen wir eben 'Auf Wiedersehen'. Nichts weiter."

Streit um Besuch in Incirlik

Vor wenigen Tagen war erneut Mitgliedern des Verteidigungsausschusses des Bundestages der Besuch der deutschen Soldaten auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik untersagt worden. Die Bundesregierung erwägt deswegen den Abzug der rund 260 Soldaten, die sich von dort aus mit "Tornado"-Aufklärungsflugzeugen am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beteiligen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes begründete die türkische Regierung die Absage des Incirlik-Besuchs damit, dass Deutschland türkischen Offizieren Asyl gewährt hat. Ankara beschuldigt die Soldaten, Angehörige der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu sein, den Erdogan für den Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres verantwortlich macht.

Erdogan sagte am Mittwoch mit Blick auf die Deutschen: "Sie sind es sowieso gewohnt, Terroristen aufzunehmen. Dann haben sie eben zehn weitere Terroristen aufgenommen."

"Ein schwerwiegender Vorgang"

Außenminister Sigmar Gabriel sprach nach der Absage des Besuchs von einem "Einreiseverbot" für die Abgeordneten und von einem "schwerwiegenden Vorgang".

Beim Nato-Gipfel in Brüssel dürfte Erdogan auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. Nach den Ereignissen der vergangenen Tage und Wochen eine brisante Begegnung.

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