Trumps Mister X: Ein korrupter Geschäftsmann aus der Ukraine könnte dem US-Präsidenten zum Verhängnis werden

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MEDVEDCHUK
Der korrupte Oligarch Viktor Medvekchuk ist Putins Mann in der Ukraine - und womöglich der Vermittler zwischen Trump und Russland | Getty
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  • Donald Trumps Russland-Affäre entwickelt sich zu einem der größten Skandale der US-Geschichte
  • Ein Oligarch aus der Ukraine gerät dabei jetzt in den Fokus: Viktor Medvedchuk
  • Er soll als Vermittler zwischen Trumps Team und Wladimir Putin agiert haben

Viele Wege führen nach Moskau - besonders im Fall der Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump. Und einer dieser Wege führt über einen Oligarchen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew: Viktor Medvedchuk.

Medvedchuk gilt als enger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putins, der Kreml-Chef ist Pate seiner Tochter. Der Ukrainer hat sich immer wieder in die Politik seines Landes eingemischt - stets mit dem Ziel, eine Annäherung der Ukraine an Russland voranzutreiben.

Immer wieder wurden Medvedchuk in der Ukraine Korruption und krumme Geschäfte vorgeworfen. Kanada und die Vereinigten Staaten belegten ihn im Zuge der Krim-Krise sogar mit Sanktionen.

Jetzt legen neue Enthüllungen nahe: Medvedchuk könnte der entscheidende Vermittler zwischen dem Trump-Lager und dem Kreml gewesen sein. Der Mister X, nach dem die amerikanischen Ermittlungsbehörden seit Wochen fahnden.

Medvudchek sprach mit Trump-Team über Kooperation mit Russland

18 Mal hatten Mitarbeiter von Donald Trump Kontakte zu russischen Beamten und Vertretern, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters in der letzten Woche. Einer der Kontaktmänner auf russischer Seite: Viktor Medvedchuk.

Zwar ist nicht klar, mit wem Medvedchuk in der Folge Kontakt hatte, doch Reuters' Quellen bestätigten, dass es während eines Gespräches um eine mögliche Kooperation zwischen Russland und den USA gegangen sei.

Medvedchuk bestritt in einer Mail an die Nachrichtenagentur jegliche Beziehung zu Trump: "Ich bin mit keiner Person aus Donald Trumps engerem Umfeld näher bekannt, somit kann so ein Gespräch gar nicht stattgefunden haben."

Medvedchuks Verbindung zu Trumps ehemaligem Wahlkampfleiter Manafort

Medvedchuks Aussage ist fadenscheinig. Es mag sein, dass er keine persönlichen Kontakte zu Trumps Team hat - Fakt ist jedoch, dass er und Trumps ehemaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort lange für dieselbe Person arbeiteten: Den durch die Maidan-Bewegung gestürzten ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch.

Manafort ist eine der zentralen Personen in der Russland-Affäre um Donald Trump. Gegen ihn besteht schon länger der Verdacht, während des Wahlkampfes mit russischen Regierungsmitarbeitern gesprochen zu haben.

Mehr zum Thema: Ein in der Ukraine aufgetauchtes Papier könnte zum Alptraum für Trump werden

Der Wirtschaftswissenschaftler und Ukraine-Experte Anders Åslund vermutet in einem Artikel für die Nachrichtenseite "The Hill" deshalb, dass Medvedchuk mit Manafort über russische Einflüsse in den USA gesprochen hat.

"Moskau wählt einen neuen Regierungschef für die Ukraine"

Manafort dementierte das umgehend.

Doch Åslunds Verdacht ist durchaus naheliegend: Manafort arbeitete fast zehn Jahre lang für Janukowitsch. Und als die USA Medvedchuk 2014 mit Sanktionen belegten, begründete das US-Finanzministerium die Entscheidung auch damit, dass der Oligarch Janukowitsch "mit materiellem, finanziellem und technologischem Support unterstützt hat."

Das Ziel Medvedchuks und seiner damaligen Partei Ukrainische Wahl sei es demnach gewesen, "den Frieden, die Sicherheit, Souveränität, Stabilität und territoriale Integrität der Ukraine zu bedrohen" und die ukrainische Demokratie zu unterwandern.

Und das mit Putins Hilfe, wie eine Episode aus dem Jahr 2012 verdeutlicht. Damals stritten sich Russland und die Ukraine um die Preise für russische Gaslieferungen. Die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" titelte damals: "Moskau wählt einen neuen Regierungschef für die Ukraine". Putin habe keine Geduld mehr mit Janukowitsch und wolle ihn durch einen russlandtreuen Politiker ersetzen, schrieb die "Gaseta".

Putins Wunschkandidat: Viktor Medwetschuk.

Ein Beweis für Medvedchuks Einmischung wäre Trumps Untergang

Sollte sich herausstellen, dass Medvedchuk tatsächlich mit Trumps Wahlkampfteam Kontakt hatte, würde das wohl das Ende der Trump-Präsidentschaft bedeuten.

"Medvedchuk hat Putins vollstes Vertrauen, er kann ihn jederzeit erreichen, wenn er es bedarf", schreibt der Experte Anders Åslund.

Sollte Sonderermittler Robert Mueller einen Beweis für die Zusammenarbeit Medvedchuks mit Trumps Team finden, "dann hätte er den entscheidenden Beweis dafür, dass es geheime Absprachen zwischen Russland und dem Trump-Lager gab."

Soll heißen: Dann würde einer Amtsenthebung nichts mehr im Weg stehen.

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(lp)

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