Schluss mit schlechter Büroluft: Warum Unternehmen ihre Mitarbeiter im Freien arbeiten lassen

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OUTDOOR OFFICE
Um die Produktivität ihrer Angestellten zu steigern, setzen immer mehr Firmen auf Arbeitsplätze unter freiem Himmel | Tate Harmer
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Draußen scheint die Sonne und du sitzt den ganzen Tag in einem abgedunkelten, stickigen Raum vor dem Computer? Das muss nicht sein: Immer mehr Firmen bemühen sich darum, Büros unter freiem Himmel einzurichten.

Bereits im Juni 2015 entwarf das Architekturbüro Tate Harmer gemeinsam mit der Künstlerin Natalie Jeremijenko TREExOFFICE, ein Freiluftbüro in einem kleinen Londoner Stadtpark. Es hat eine Fläche von 25 Quadratmetern und umschließt einen stattlichen Baum.

Das Pop-Up-Office am Hoxton Square fand großen Anklang: Die acht verfügbaren Arbeitsplätze, ausgestattet mit WLAN, Steckdosen und Schreibtischen, waren ständig ausgebucht, sodass das Büro im darauffolgenden Sommer erneut eingerichtet wurde. 2017 soll das Projekt in den Nobelstadtteil Chelsea umziehen.

Frischluft macht kreativer

“Wer unter freiem Himmel arbeitet, kann seinen Gedanken freien Lauf lassen", sagte Jerry Tate vom Architekturbüro Tate Harmer der HuffPost.

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"Outdoor-Büros eignen sich daher vor allem für Meetings und Workshops, bei denen es um kreative Prozesse und Ideenfindung geht."

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Freiluftbüros wie das TreexOffice eignen sich bestens für Meetings und zum Brainstormen. Credit: Tate Harmer

Studien geben ihm recht. Aus demHuman Spaces Global Report etwa geht hervor, dass das Vorhandensein von natürlichen Elementen die Kreativität der Angestellten um fünfzehn Prozent und ihre Produktivität um sechs Prozent steigert.

Faktoren wie natürliche Belüftung und Beleuchtung sowie die Aussicht auf Bäume, Büsche, oder Blumenbeete senken außerdem das Risiko von psychischer Belastung.

Projekte auf der ganzen Welt

In den USA gibt es ein vergleichbares Projekt: In der Ortschaft Silver Springs im Bundesstaat Maryland steht in den Sommermonaten die sogenannte “Outbox” bereit. Das Freiluftbüro wurde von Peterson Companies in Zusammenarbeit mit Studenten entworfen. Die Nutzung gratis und erfolgt nach dem Motto “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

Tech-Firmen wie Spotify und Google wissen ebenfalls um die positive Auswirkung von natürlichen Elementen auf die Arbeitsmoral. Ihre Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Schreibtische an der frischen Luft zu nutzen.

Ähnliche Bemühungen fanden auch in der neuseeländischen Stadt New Plymouth Anklang – und das obwohl es am Tag der Eröffnung des Outdoor Büros zu regnen und stürmen anfing.

Das Büro unter freiem Himmel sollte eigentlich nur ein Projekt anlässlich des “National Coworking Day” sein. Doch jetzt denken die Initiatoren darüber nach, es zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen.

Mehr Grün am Schreibtisch

Für alle die noch nicht in den Genuss eines Freiluftbüros kommen dürfen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz noch einen Tipp: Auch Zimmerpflanzen am Arbeitsplatz haben einen nachweislich wohltuenden Einfluss auf die Psyche des arbeitenden Menschen.

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(lk)

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