Neue Enthüllung: Trump soll Geheimdienst-Chefs gebeten haben, ihn zu entlasten

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DONALD TRUMP WHITE HOUSE
Neue Enthüllung belastetet US-Präsident: Trump soll Geheimdienst-Chefs gebeten haben, ihn zu entlasten | NurPhoto via Getty Images
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  • Neue Enthüllungen belasten die Präsidentschaft von Donald Trump
  • Er soll zwei Geheimdienstchefs gebeten haben, ihn öffentlich von Vorwürfen der Russland-Affäre freizusprechen

Neue Enthüllungen belasten US-Präsident Donald Trump. Laut einem Bericht der "Washington Post" soll Trump mehrere Male zwei hochrangige Geheimdienstchefs gebeten haben, ihn öffentlich von Vorwürfen der Russland-Affäre freizusprechen. Ein brisanter Vorwurf.

Trump soll im März an die Geheimdienstler herangetreten sein. Just zu dem Zeitpunkt, als der damalige FBI-Chef James Comey bekannt gab, dass seine Behörde mögliche Absprachen des Wahlkampf-Teams von Trump mit Russland untersucht.

Die aktuelle Enthüllung wird dem angeschlagenen US-Präsidenten weitere Kritik einbringen - und zugleich den Verdacht verstärken, Trump habe die Justiz bei der Aufklärung der Russland-Affäre behindert. Ein Vorwurf, der ihm ein Amtsenthebungsverfahren einbringen könnte.

Die Bitte sei "unangebracht" gewesen

Bei den beiden Personen soll es sich um den Chef des Auslandsgeheimdienstes NSA, Michael Rogers, und um den Nationalen Geheimdienstdirektor Dan Coats handeln. Beide hätten die Bitte als "unangebracht" zurückgewiesen.

Das berichtete die "Washington Post" am Montag unter Berufung auf ehemalige und gegenwärtige Regierungsmitarbeiter.

Trumps Gespräch mit Rogers sei in einem internen Memo festgehalten worden, heißt es in dem Bericht.

Hat Trump die Justiz behindert?

Vertreter der Geheimdienste erheben in dem Zeitungs-Bericht schwere Vorwürfe. Einige Offizielle sehen in Trumps Bitte den Versuch, die Glaubwürdigkeit des FBI zu untergraben.

Ein Geheimdienstler sagte, Trumps Ziel sei es gewesen, die ganze Angelegenheit verworrener zu machen.

Desaströse Woche für Trump

Das sind keine neuen Vorwürfe. Bereits vergangene Woche wurde öffentlich, dass Trump den FBI-Direktor gebeten haben soll, die Untersuchung gegen ihn einzustellen. Beobachter sehen darin eine mögliche Behinderung der Justiz - ein Vorwurf, der ein Amtsenthebungsverfahren rechtfertigen würde. Und Trumps Präsidentschaft beenden könnte.

Auch im aktuellen Fall könnte es sich um den Tatbestand der Behinderung der Justiz handeln. Wichtig ist jedoch im US-Recht die Intention des Präsidenten. Trumps Bitte könnte laut einigen Geheimdienstmitarbeitern auch aus Unwissenheit geschehen sein. Der Präsident verkannte demnach die Rolle des FBI als unabhängige Ermittlungsbehörde.

Die neueste Enthüllung der "Washington Post" folgt auf eine für Trump desaströse Woche. Trump feuerte FBI-Direktor James Comey. Er drohte indirekt, Aufnahmen von vertraulichen Gesprächen zu veröffentlichen. Und er hatte ihn gebeten, die Untersuchung einzustellen.

Das Weiße Haus bleibt eingehüllt in Skandale und Gerüchten. Nun soll der unabhängige Sonderermittler Robert Mueller die Russland-Affäre aufklären.

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(mf)

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