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23/05/2017 23:42 CEST | Aktualisiert 27/05/2017 15:13 CEST

Trump besucht Holocaust-Mahnmal Yad Vashem - was er ins Gästebuch schreibt, ist zum Fremdschämen

  • Donald Trump hat eine Holocaust-Gedenkstätte in Israel besucht

  • Der US-Präsident schrieb etwas Persönliches in ein Gästebuch

  • Doch sein Spruch wirkt seltsam fehl am Platz

  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Nein, Donald Trump ist kein Mann der einfühlsamen Worte. Was er in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem schrieb, klingt eher nach einer Dankeskarte für eine Geburtstagsfeier als die Worte eines Staatsmannes, der einen Ort der Stille, Reflexion und Trauer besucht.

"Es ist mir eine Ehre, hier mit allen meinen Freunden zu sein - so wunderbar + werde es nie vergessen!"

Der US-Präsident besuchte am Dienstag in Jerusalem das nationale Holocaust-Museum Israels. Bevor er nach einer halben Stunde wieder ging, schrieb er Trump seine Nachricht in das Besucherbuch. Der Journalist Raoul Wootliff zeigte auf Twitter ein Bild davon:

Zum Vergleich veröffentlichten Twitter-Nutzer, was der ehemalige Präsident Barack Obama bei seinem Besuch des Holocaust-Museums im Jahr 2008 geschrieben hatte:

Schnell wird klar: Obama ist viel mehr als sein Nachfolger darin geübt, die passenden Worte zu finden. Mit treffend gewählten Wörtern versteht er es, direkt zu den Menschen zu sprechen und ihnen den Schrecken des Holocausts klar zu zeigen.

"Nie wieder"

Obama schrieb im Gästebuch: "Lasst unsere Kinder hierherkommen und die Geschichte kennenlernen, sodass sie selbst mit ihren Stimmen ‘nie wieder‘ sagen können.

Obama fügte dem bei: "Und lasst uns jenen gedenken, die von uns gingen, nicht als Opfer, sondern als Individuen, die hofften und liebten und träumten, genau wie wir. Und die zum Symbol für den Geist des Menschen werden."

Im Internet ärgerten sich zahlreiche Menschen über den saloppen Text von Trump. Den Politikwissenschaftler und Blogger Ian Bremmer etwa machte Trumps Botschaft "traurig":

Der Oxford-Forscher Brian Klaas attestierte dem US-Präsidenten, er sei wohl taub für den richtigen Ton:

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(bp)

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