So will Gesundheitsminister Gröhe die Masern aus Deutschland verbannen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GROEHE
So will Gesundheitsminister Gröhe die Masern aus Deutschland verbannen | Fabrizio Bensch / Reuters
Drucken
  • Masern breiten sich aus - Italien verhängt Impfpflicht
  • Deutschland will dem Vorbild nicht folgen
  • Mit Erinnerungen und Gesprächen will Gesundheitsminister Gröhe die Virus-Erkrankung bekrämpfen

Die scheidende Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Impfverweigerer in Europa und den USA scharf kritisiert. "Die jüngsten Masernausbrüche hätten nie passieren dürfen", sagte Margaret Chan am Montag in Genf.

Die Viren seien dadurch in viele andere Länder getragen worden, in Deutschland starb in dieser Woche sogar eine Mutter an den Masern.

"Das Verweigern von Impfungen ist mindestens ein Grund, warum das riesige Potenzial vom Impfen noch nicht vollumfänglich realisiert worden ist", sagte sie. Italien hat vergangene Woche die Impfpflicht für zwölf Krankheiten, darunter Masern, eingeführt.

Gröhe: Masern verbannen - ohne Impfpflicht

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geht aber davon aus, dass die Masern in Deutschland auch ohne Impfpflicht endgültig verbannt werden können.

Es gebe scharfe Maßnahmen, wie die Pflicht zum Nachweis einer Impfberatung bei der Anmeldung zum Kindergarten, sagte Gröhe der Deutschen Presse-Agentur. "Ich glaube, dass unsere Maßnahmen das Ziel erreichen werden." Nicht Impfverweigerer seien das große Problem, sondern Eltern, die nach der ersten Standardimpfung nicht zum Arzt zurückkämen.

Denn hierzulande sei die Impfbereitschaft bei der ersten Standardimpfung groß, dann sinke sie, sagte Gröhe. "Das Problem ist nicht so sehr der kleine harte Kern der Impfgegner", sagte er.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Zweite Impfung wird nicht immer wahrgenommen

Es gehe darum, dass wir diejenigen, die zu einer ersten Impfung ja gesagt haben, durch beharrliches Erinnern dazu führen, auch die zweite Impfung vorzunehmen.

So ist die verstorbene Frau nach offiziellen Angaben als Kind einmal geimpft worden, was den damaligen Empfehlungen entsprochen habe. Dies habe jedoch offenbar nicht ausgereicht, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Rainer Kundt.

Mehr zum Thema: Der Tod einer Mutter aus Essen sollte alle aufrütteln, die über Impfungen diskutieren

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) seien später geändert worden. Mittlerweile würden für Kinder zwei Impfungen empfohlen.

"Eltern müssen heute bei der Kindergartenaufnahme zudem einen Nachweis über eine Impfberatung erbringen und nicht geimpfte Kinder könnten bei einem Masernausbruch aus der Schule ausgeschlossen werden", sagte Gröhe. Ohne Nachweis über die Impfberatung werde das Gesundheitsamt informiert, um nachhaken zu können.

Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

Korrektur anregen